Prozesse gegen Speck und Spengemann: Zwei TV-Sonnyboys vor Gericht
zuletzt aktualisiert: 06.02.2003 - 19:59Hamburg/Dortmund (rpo). Gerichtsshows im Fernsehen wären ihnen bestimmt lieber, aber die beiden TV-Sonnyboys Karsten Speck und Carsten Spengemann müssen sich vor echten Gerichten verantworten.
Speck ist in Dortmund des Betruges angeklagt, sein Kollege Spengemann in Hamburg der Unterschlagung. Während Spengemanns Prozess mit großer Wahrscheinlichkeit in der kommenden Woche abgeschlossen sein wird, sind für die Verhandlung gegen Speck, seine Frau Cora und mehrere Geschäftsleute Verhandlungstage bis in den Dezember terminiert.
Speck und seine Mitangeklagten sollen Investoren bei Immobilienprojekten in Brandenburg und Sachsen in den 90er Jahren um insgesamt rund 30 Millionen Euro geprellt haben. Die Staatsanwälte werfen ihnen vor, Kunden noch zu Großinvestitionen überredet zu haben, als die Einsätze schon als so gut wie verloren gelten konnten.
Speck meint, nicht genügend informiert gewesen zu sein, um das einschätzen zu können. Er habe sich nie im Detail für Geschäfte interessiert: "Ich habe zwar mit meiner Frau alles besprochen, ich hatte aber mit meiner Arbeit genug zu tun", sagte er am Donnerstag vor dem Dortmunder Landgericht. Bis zu 300 Tage im Jahr will Speck, derzeit in der ZDF-Serie "Hallo Robbie" zu sehen, in der fraglichen Zeit auf der Bühne oder vor Kameras gestanden haben.
Bei Spengemann, Moderator der RTL-Erfolgsshow "Deutschland sucht den Superstar", geht es um einen wesentlich geringeren Betrag. Trotzdem konnte auch am zweiten Verhandlungstag, an dem neben anderen Zeugen auch seine Eltern aussagten, kein Urteil verkündet werden. Spengemann soll einer Damenbekanntschaft ihren rund 1700 Euro teuren Cartier-Ring vorenthalten haben und muss sich deshalb seit Dienstag wegen Unterschlagung vor dem Hamburger Landgericht verantworten.
Die 31-jährige Berlinerin behauptet, er rücke das Schmuckstück nicht heraus, das sie nach einem Streit in seiner Hamburger Wohnung vergessen habe. Spengemann hatte ausgesagt, nie einen Ring gefunden zu haben. Ein Zeuge der Verteidigung konnte am Donnerstag nicht erscheinen. Er soll nun in der nächsten Woche aussagen.
An diesem letzten Verhandlungstag müsse er nicht erscheinen, klärte der Richter Spengemann auf. Bei der Frage nach dem Einkommen des Moderators gab es widersprüchliche Angaben: Er selbst sprach von "Netto auf die Hand so etwa 3500 Euro im Monat", seine Managerin von rund 200.000 Euro Nettoeinkommen im Jahr.
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