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Berlin
125 Millionen Euro für gute Schüler

Berlin. Der Staat will die Leistungsstärksten fördern, aber auch Analphabeten helfen.

Mit dem Einsatz von 125 Millionen Euro wollen Bund und Länder die besten Methoden finden, um leistungsstarke Schüler zu fördern. 300 Schulen sollen bundesweit über fünf Jahre hinweg Ansätze testen, die im Anschluss flächendeckend umgesetzt werden. In einigen Ländern gebe es deutlich mehr Schüler mit Spitzenleistung, sagte Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) bei der Vorstellung des Konzepts. "Auch aus diesem Grund ist klar: Hier müssen wir etwas tun", betonte Wanka. Angebote für Spitzenschüler seien Teil der Chancengleichheit. "Dazu gehört natürlich die Förderung der Schwachen, aber genauso gut die Förderung und Unterstützung derer, die leistungsstark sind."

Bund und Länder teilen sich die Kosten. 300 Schulen starten im Schuljahr 2017/18. Ihre Förderungsansätze sollen vom Bund wissenschaftlich begleitet werden. Die Schulen vernetzen sich, um Erfahrungen auszutauschen. Denn immer noch fehlten Erkenntnisse darüber, welche Ansätze besonders wirksam sind, sagte Wanka.

Ab dem Schuljahr 2022/23 sollen die Erfolgsrezepte auf andere Schulen übertragen werden. "Tatsächlich geht es darum, Modelle zu entwickeln, die nicht nur Leuchtturm-Charakter haben", sagte die Bremer Bildungssenatorin Claudia Bogedan (SPD), die Präsidentin der Kultusministerkonferenz.

Zugleich möchten Bund und Länder auch den Menschen helfen, die nicht ausreichend lesen und schreiben können. Nach deren Angaben sind das rund 7,5 Millionen Menschen. "In der Wissensgesellschaft wird es schwieriger zu verdecken, dass man nicht richtig lesen und schreiben kann", sagte Bundesbildungsministerin Wanka. Im Zuge der "Dekade der Alphabetisierung" stockt der Bund seine Förderung über zehn Jahre hinweg auf rund 180 Millionen Euro auf.

(dpa)
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