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Telekom um 20 Millionen Mark betrogen: 13 Festnahmen in Hannover

zuletzt aktualisiert: 19.01.2000

Hannover (dpa). Durch illegale Machenschaften mit ISDN- Telefonanschlüssen hat eine Bande in Hannover die Deutsche Telekom um etwa 20 Millionen Mark betrogen. Eine Sonderkommission der Polizei durchsuchte am Mittwoch 18 Wohnungen in der niedersächsischen Landeshauptstadt und nahm 13 vorwiegend aus dem Libanon stammende Personen fest, sagte ein Polizeisprecher. Die Beschuldigten sollen illegale Telefonstuben betrieben haben.

In unter falschen Personalien angemieteten Wohnungen ließen sich die Asylbewerber ISDN-Anschlüsse legen. Sie stellten ständige Verbindungen mit Städten im Libanon - vorwiegend Beirut - her. Über die ISDN-Möglichkeit der Konferenzgespräche mit drei Teilnehmern wurden dann über Telekom-Leitungen Gespräche in alle Welt vermittelt. Als die Rechnungen von teilweise mehreren 100 000 Mark aufliefen, gaben die Täter die Wohnungen auf und tauchten ab, ohne zu zahlen.

Bereits im vergangenen Jahr hatte die Telekom in Hannover erste Hinweise auf den Betrug, weil mehrfach hohe Rechnungen nicht gezahlt worden waren. Ergebnisse von hausinternen Ermittlungen stellte das Unternehmen der Staatsanwaltschaft zur Verfügung. Nach monatelangen Prüfungen rief die Polizei Anfang des Jahres eine Sonderkommission ins Leben, die nun ihren Erfolg verbuchte.

Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Hannover, Thomas Klinge, sagte, der Schaden setze sich zusammen aus rund zehn Millionen Mark ausgefallener Gewinne der Telekom. Die andere Hälfte des Schadens müsse das Unternehmen an ausländische Gesellschaften für die Nutzung der Leitungen zahlen.

Quelle: RPO Archiv

 
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