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Paris
1300 Festnahmen bei Protesten in Frankreich

Paris. Seit Beginn der Gewaltwelle gegen eine Arbeitsmarktreform wurden 350 Polizisten verletzt.

Streikende haben gestern in Frankreich weite Teile des Eisenbahnverkehrs lahmgelegt. Rund die Hälfte der Hochgeschwindigkeitszüge und Bahnen zwischen den Städten verkehrten nicht, wie die Staatsbahn mitteilte. Der Bahnstreik soll bis morgen dauern. Doch die französische Eisenbahnergewerkschaft SUD-Rail drohte bereits mit einer Fortsetzung der Streiks auch während der gesamten Dauer der Fußball-Europameisterschaft, die am 10. Juni beginnt.

Zudem sorgten Lkw-Fahrer mit ihren bereits am Dienstag begonnenen Blockaden dafür, dass mancherorts Zufahrten zu Lebensmittel- und Treibstofflagern versperrt blieben. Notenbankchef Francois Villeroy de Galhau stärkte der Regierung den Rücken. "Eine deutliche Ausweitung unserer Reformen ist nicht nur nötig, sondern auch möglich", sagte der Währungshüter bei der Übergabe eines Schreibens an den Staatspräsidenten. Die Arbeitsmarktreform der Regierung sei auf diesem Weg ein willkommener Schritt nach vorne.

Der Unmut von Demonstranten und Gewerkschaften richtet sich gegen gelockerte Arbeitsgesetze, die Unternehmern nach dem Willen von Präsident François Hollande auch betriebsbedingte Kündigungen erleichtern sollen. Die Regierung hofft, mit dieser Flexibilität die Hürde für Neueinstellungen zu senken und so die hohe Erwerbslosigkeit in den Griff zu bekommen. Die Maßnahmen treffen jedoch in dem Land mit einer hohen Jugendarbeitslosigkeit auf Widerstand.

Am Dienstag setzte die Polizei bei einer Kundgebung in Paris Tränengas gegen maskierte Jugendliche ein, mit denen es zuvor zu Handgreiflichkeiten gekommen war. Nach Angaben der Polizeigewerkschaft wurden in den vergangenen Monaten rund 350 Beamte verletzt. Innenminister Bernard Cazeneuve verwies darauf, dass seit Beginn der Proteste etwa 1300 Demonstranten festgenommen worden seien.

(rtr)
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