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Massaker im Zweiten Weltkrieg: 17 frühere SS-Soldaten angeklagt

zuletzt aktualisiert: 06.02.2006 - 15:53

Rom (rpo). 17 ehemalige SS-Soldaten müssen sich wegen eines Massakers im Zweiten Weltkrieg bei Bologna vor einem italienischen Gericht verantworten. Die SS hatte im Herbst 1944 in einem Bergdorf 700 Zivilisten getötet.

Staatsanwalt Marco de Paolis teilte mit, er habe beim Militärgericht in La Spezia die Eröffnung eines Mordprozesses gegen einen Offizier und 16 Soldaten der 16. SS-Division beantragt. Alle Angeklagten seien über 80 und lebten in Deutschland.

Das SS-Massaker im Herbst 1944 in dem Bergdorf Marzabotto bei Bologna mit 700 Toten war das schwerste deutsche Verbrechen des Zweiten Weltkriegs auf italienischem Boden. Offiziell suchten die Nazis nach Partisanen, bei dem Blutbad kamen aber vor allem Frauen, Kinder und Alte ums Leben.

Zwei Kommandeure wurden kurz nach Kriegsende verurteilt, vier weitere Beteiligte müssen sich seit dem vergangenen Jahr vor dem Militärgericht in La Spezia verantworten. De Paolis sagte, das laufende Verfahren sollte mit dem angestrebten Prozess gegen die 17 anderen SS-Veteranen zusammengelegt werden.

Erst im Juni letzten Jahres waren in La Spezia wegen eines anderen Massakers zehn ehemalige deutsche SS-Soldaten in Abwesenheit zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Sie wurden einer Beteiligung an einem Blutbad in der toskanischen Gemeinde Sant'Anna di Stazzema für schuldig befunden, wo SS-Soldaten mehr als 500 Einwohner ermordeten.

Quelle: ap

 
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