Anwalt bemüht sich um Freilassung: 200 Millionen Euro Kaution für Trienekens gefordert
zuletzt aktualisiert: 24.06.2002 - 12:28Köln (rpo). Für die Freilassung des inhaftierten Entsorgungsunternehmers Hellmut Trienekens (63) hat die Kölner Staatsanwaltschaft die Rekordsumme von 200 Millionen Euro gefordert. Die dreistellige Millionensumme wäre nach Angaben des Verteidigers die höchste Kaution der deutschen Geschichte.
Trienekens-Anwalt Norbert Gatzweiler verhandelt zurzeit über die Freilassung seines Mandanten. Der Verteidiger bezeichnete die Forderung als "völlig überzogen und rechtswidrig". Angemessen sei höchstens ein einstelliger Millionenbetrag. Trienekens leidet nach Angaben seines Anwalts unter einer Herzkrankheit. "Durch die überhöhte Forderung soll mein Mandant zur Aussage gedrängt werden", meinte Gatzweiler.
Günter Feld von der Kölner Staatsanwaltschaft sagte am Montag der dpa in Köln, er wolle die Darstellungen nicht kommentieren. Die Haftbeschwerde von Trienekens liege vor und werde so schnell wie möglich bearbeitet.
Trienekens sitzt seit dem 13. Juni in Untersuchungshaft. Mit ihm waren der Unternehmensberater und ehemalige SPD-Bundespolitiker Karl Wienand (75) sowie der frühere Vorsitzende der Kölner SPD- Ratsfraktion Norbert Rüther (51) verhaftet worden. Sie sollen beim Bau der umstrittenen Müllverbrennungsanlage in Köln in den 90er Jahren Schmiergelder in Millionenhöhe angenommen haben. Während Wienand bereits eine Haftbeschwerde eingereicht hat, arbeiten die Anwälte von Rüther noch an deren Formulierung.
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