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Kanzlerberater erwartet 2001 bis drei Prozent Wachstum: 2001: Wachstum oder Flaute?

zuletzt aktualisiert: 01.01.2001 - 17:35

Berlin/Düsseldorf (dpa). Der neue Wirtschaftsberater im Bundeskanzleramt Bernd Pfaffenbach prognostiziert für 2001 ein kräftiges Wachstum der deutschen Wirtschaft um "bis zu drei Prozent". Pfaffenbach sagte der "Berliner Zeitung" (Dienstagausgabe): "Wir können das schaffen". Er setzte sich damit von einigen der führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute ab, die kurz vor Weihnachten ihre Prognosen für 2001 auf 2,4 bis 2,8 Prozent nach unten korrigiert hatten.

Das Düsseldorfer "Handelsblatt" (Dienstagausgabe) kommt dagegen zu dem Ergebnis, dass sich die Anzeichen für eine konjunkturelle Abkühlung in Deutschland mehren. Der Frühindikator der Zeitung für Westdeutschland ist im Januar noch einmal deutlich um 0,3 Prozentpunkte auf jetzt 2,4 Prozent zurückgegangen. Er fiel damit auf seinen niedrigsten Wert seit November 1999 (2,2 Prozent). Der Indikator eilt der tatsächlichen Konjunkturentwicklung um etwa ein Vierteljahr voraus. Gegenüber seinem Höchststand von 3,3 Prozent im Oktober hab er binnen drei Monaten fast einen Prozentpunkt verloren, schrieb die Zeitung.

Pfaffenbach begründete seine Prognose mit den niedrigeren Ölpreisen, die auch die Verteuerung durch die Ökosteuererhöhung zum Jahresbeginn abmildern. Außerdem sehe er "eine Menge positiver Effekte" durch die Steuerreform zum 1. Januar, niedrigere Rentenbeiträge sowie die Benzin - und Heizkostenhilfen für Pendler und sozial Schwache. Dritte Kraftquelle blieben weiterhin die Exporte.

Nach dem Bericht des "Handelsblatts" hätten vor allem die Krise im Baugewerbe und ein erneuter Umsatzeinbruch im Einzelhandel den Indikator nach unten gedrückt. Im verarbeitenden Gewerbe dagegen stabilisierten sich Auftragseingänge und Geschäftsklima. Dort zeigte zuletzt allerdings nur noch der Export unveränderte Dynamik, urteilte das Blatt. Auf Grund des erholten Euro-Kurses und der sich abkühlenden Weltkonjunktur sei aber offen, ob sich dieser positive Grundtrend fortsetzen werde. Unsicher sei zugleich, ob die Binnennachfrage die Rolle des konjunkturellen Zugpferdes übernehmen könne.

Quelle: RPO Archiv

 
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