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Dessau
2005 verbrannter Asylbewerber vermutlich getötet

Dessau. Der vor mehr als zwölf Jahren in einer Dessauer Polizeizelle verbrannte Asylbewerber Oury Jalloh wurde nach WDR-Recherchen mit hoher Wahrscheinlichkeit getötet. Mehrere Sachverständige hielten einen Tod durch Fremdeinwirkung für wahrscheinlicher als die lange verfolgte These der Selbstanzündung, berichtete das WDR-Fernsehmagazin "Monitor" gestern unter Verweis auf Ermittlungsakten. Auch der langjährige Ermittler der Staatsanwaltschaft Dessau, der leitende Oberstaatsanwalt Folker Bittmann, gehe laut einem Schreiben vom April 2017 von einem begründeten Mordverdacht aus.

Der Asylbewerber aus Sierra Leone war am 7. Januar 2005 in einer Dessauer Polizeizelle ums Leben gekommen. Er starb gefesselt an eine Matratze bei einem Brand in der Gewahrsamszelle. Bisher konnte der Fall nicht vollständig aufgeklärt werden.

(epd)
 
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