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Berlin
2015 kamen 1,1 Millionen Flüchtlinge nach Deutschland

Berlin. Die größte Gruppe waren mit 40 Prozent die Syrer. Von Eva Quadbeck

Die Zahl der Zuwanderer nach Deutschland steigt Jahr für Jahr. 2014 kamen so viele wie seit 1993 nicht mehr - und das, obwohl die Flüchtlingswelle erst 2015 begann. Das vergangene Jahr wird voraussichtlich alle Rekorde brechen: "Für 2015 rechne ich mit der höchsten Zuwanderung seit Beginn der Bundesrepublik", sagte Innenminister Thomas de Maizière (CDU), der gestern in Berlin den Migrationsbericht für 2014 und die Flüchtlingszahlen für 2015 vorstellte.

2014 sind 550.000 Menschen mehr nach Deutschland zugezogen als ausgewandert. Die Bewegung insgesamt ist enorm. So gab es 1,46 Millionen Neuankömmlinge, während 900.000 Personen Deutschland den Rücken kehrten. Angesichts der hohen Zahl der Ein- und Auswanderer sprach der Innenminister von einer "zirkulären Migration".

Die große Mehrheit der Zuwanderer kommt aus der Nähe: 60 Prozent stammen aus EU-Ländern, zuvorderst aus Polen, Rumänien und Bulgarien. In diesem Zusammenhang betonte der Innenminister, es sei gelungen, den Zuzug in die Sozialsysteme zu vermindern. De Maizière warb darum, in der Bewertung der Zuwanderung zu differenzieren. Es sei nötig, zwischen Asylsuchenden, Arbeitsmigration, Familiennachzug und EU-Binnenwanderung zu unterscheiden. So kamen neben der hohen Zahl an Zuzüglern aus der EU 40.000 Menschen aus Drittstaaten für einen Job nach Deutschland. Im Rahmen des Familiennachzugs zählten die Behörden 64.000 Zuwanderer. Auch diese Zahl wird für 2015 höher liegen. Allein bis September wurden 50.000 Familiennachzüge registriert.

Das Jahr 2015 wird vor allem durch die Flüchtlingswelle zum Rekordjahr für Zuwanderung. Im vergangenen Jahr wurden 1,1 Millionen neue Flüchtlinge in Deutschland gezählt. Die Zahl gilt noch nicht als gesichert, da nicht alle Flüchtlinge registriert wurden und es zugleich zu Doppelerfassungen gekommen sein kann. Während im ersten Halbjahr 2015 die Asylbewerber vom Westbalkan noch rund 40 Prozent der Antragsteller ausmachten, schrumpfte ihr Anteil im zweiten Halbjahr auf nur noch zwei Prozent. Insgesamt bilden im Jahr 2015 aber die Syrer die größte Gruppe unter den Flüchtlingen - mit 40 Prozent. An zweiter Stelle kommen die Afghanen mit 14 Prozent, gefolgt von den Irakern (elf Prozent) vor den Albanern und Kosovaren.

Den Rückgang der Flüchtlingszahlen im Dezember auf rund 3300 pro Tag führte der Innenminister allein auf das schlechte Wetter zurück. Andere Maßnahmen greifen offenbar noch nicht.

Quelle: RP
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