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Köln
25.000 demonstrieren in Köln gegen Erdogan

Köln. Etwa 25.000 Alewiten und Kurden haben am Samstag in Köln gegen den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan demonstriert. Außerhalb des Kundgebungsgeländes kam es zu Zusammenstößen mehrerer hundert junger Kurden mit der Polizei. Zwei Polizistinnen wurden verletzt. Acht Kurden wurden nach Polizeiangaben von Sonntag vorübergehend in Gewahrsam genommen. Es gab insgesamt 30 Strafanzeigen.

Die Redner der Kundgebung warfen Erdogan vor, in der Türkei eine Diktatur zu errichten. Die Bundesregierung und die Europäische Union wurden aufgefordert, endlich zu handeln. Der Vorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbands, Frank Überall, verlangte mehr internationale Solidarität.

Der Einfluss von Erdogans Partei AKP unter Türken in Deutschland wachse, kritisierte die Alewitische Gemeinde Deutschlands: "Durch regierungsnahe türkische Institutionen wie die UETD wird hier eine Parallelgesellschaft geschaffen, die es zu überwinden gilt." Die Union Europäisch-Türkischer Demokraten (UETD) nannte dies eine "Unverschämtheit". Sie arbeite im Gegenteil dafür, dass keine Parallelgesellschaften entstünden. Es habe in den vergangenen Monaten in Deutschland Angriffe auf neun UETD-Filialen gegeben, sagte Generalsekretär Bülent Bilgi. "Wir sind die Opfer."

In der Nähe der Kundgebung gab es nach Polizeiangaben Auseinandersetzungen mit Gruppen aggressiver junger Kurden. Die Beamten wurden mit Steinen und Flaschen beworfen. Eine Polizistin wurde dabei an der Hand verletzt, einer anderen ins Gesicht geboxt.

(dpa)
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