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Rebellen dementieren: 300 Tote bei Massaker in Kongo?

zuletzt aktualisiert: 21.05.2000 - 13:17

Rom/Nairobi (dpa). Bei einem Massaker in der Demokratischen Republik Kongo sind nach Angaben der Vatikan-Nachrichtenagentur Misna etwa 300 Zivilisten getötet worden. Wie italienische Zeitungen am Sonntag unter Berufung auf die Missionars-Agentur berichteten, handelt es sich bei den Opfern um Frauen, Kinder und Alte.

"Sie wurden mit Buschmessern massakriert oder mit Schusswaffen hingerichtet." Dagegen nannte die für das Blutbad verantwortlich gemachte Rebellengruppe RCD den Bericht "vollständig falsch".

Das Massaker sei am vergangenen Wochenende im Dorf Katogota nahe der Grenze zu Ruanda und Burundi angerichtet worden und vermutlich eine Vergeltungsmaßnahme der Rebellengruppe RCD für den Tod einer ihrer Kämpfer gewesen. Ähnliches hatte kürzlich bereits die Hilfsorganisation Caritas international unter Berufung auf Mitarbeiter vor Ort berichtet. Auch Misna liegen den Angaben zufolge Augenzeugenberichte über "albtraumhafte Szenen" vor. Seit Tagen seien Missionare mit der Bergung der Leichen beschäftigt.

Ein RCD-Sprecher dementierte das Massaker, gab nach Informationen des britischen Rundfunksenders BBC jedoch Kämpfe in der Region zu. Der Sprecher behauptete, die Gefechte seien von den RCD-Feinden ausgegangen. Die Freischärler hätten aber eigene Nachforschungen eingeleitet. In Katogota sei die Lage ruhig. Die Menschenrechts- Organisation Human Rights Watch wirft der RCD-Guerilla, die von Ruanda gegen Kongos Präsidenten Laurent Kabila unterstützt wird, seit längerem Folter, Vergewaltigungen und Mord in den von ihr besetzten Gebieten vor.

Quelle: RPO Archiv

 
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