Polizeieinsatz in Passau: 4.000 bei NPD-Treffen
zuletzt aktualisiert: 27.05.2000 - 14:24Passau (AP). Annähernd 4.000 Rechtsextremisten sind am Samstag in der Passauer Nibelungenhalle zu einem NPD-Treffen zusammengekommen. Die Polizei verhinderte mehrere Versuche von linken Gegendemonstranten, den Zugang zur Halle zu blockieren. 33 Personen aus der linken und rechten Szene wurden in Gewahrsam genommen, wie ein Polizeisprecher sagte.
Als einen Hauptredner auf der NPD-Kundgebung kündigte die rechtsextreme Partei den Mitbegründer der linksextremistischen Roten-Armee-Fraktion, Horst Mahler, an. Ein ehemaliger Referent von Hitlers Propagandaministerium soll als Zeitzeuge sprechen. Der englische Rocker Stigger, der sonst vor Skinheads spielt, wollte erstmals auf einem NPD-Treffen auftreten.
Mit einem Sternmarsch protestierte die Bürgeraktion "Komitee kritische Öffentlichkeit" gegen die Versammlung der Rechtsradikalen und Neonazis. Hauptredner auf der Abschlusskundgebung am Nachmittag sollte Michel Friedman sein, Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland. Die Stadt Passau hatte in diesem Jahr zum ersten Mal auf ein Verbot des NPD-Treffens verzichtet, weil sie in den vergangenen Jahrzehnten vor den Gerichten damit stets unterlegen war.
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