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Prognose der Behörden
500.000 Flüchtlinge in NRW erwartet

Arnsberg. Die Arnsberger Regierungspräsidentin attackiert die westfälische Stadt Ascheberg. Von Detlev Hüwel

Die Behörden in NRW rechnen damit, dass im nächsten Jahr bis zu 500.000 Flüchtlinge ins Land kommen könnten und hier registriert werden müssten.

Pro Woche wären das rund 10.000 Menschen; seit Anfang September seien es 12.000 bis 16.000 pro Woche, sagte ein Sprecher der Bezirksregierung Arnsberg, die für die Erstaufnahme der Flüchtlinge in NRW zuständig ist.

Erfahrungsgemäß würden etwa 30 Prozent der Ankommenden nach der Registrierung auf andere Bundesländer verteilt, so dass in NRW im nächsten Jahr bis zu 350.000 Menschen in den Städten und Gemeinden untergebracht werden müssten.

Die Arnsberger Regierungspräsidentin Diana Ewert (SPD) sagte, sie habe kein Verständnis für die Gemeinde Ascheberg (Münsterland), die sich als einzige Kommune weigere, weitere Flüchtlinge aufzunehmen. "Ich finde es absolut nicht in Ordnung, sich so auszuklammern", sagte Ewert. Auch von den Kommunen müsse Solidarität eingefordert werden. Auf Anfrage unserer Redaktion bezeichnete der Bürgermeister von Ascheberg, Bert Risthaus (CDU), Ewerts Darstellung jedoch als "Falschaussage und Verleumdung". Erst am Freitag habe Ascheberg (15.000 Einwohner, 620 Flüchtlinge) der Bezirksregierung 35 freie Plätze gemeldet. Allerdings wolle man keine Sporthallen dauerhaft zur Verfügung stellen, "weil das den sozialen Frieden stört".

Laut Ewert dienen in NRW 67 Turnhallen als Notunterkünfte des Landes. Hinzu kommen die von den Kommunen als Flüchtlingsheime genutzten Turnhallen. Ihre Zahl liegt bei mehreren Hundert. Turnhallen zur Unterbringung von Asylbewerbern seien "sicher keine schöne Lösung", so Ewert - "aber manchmal geht es nicht anders". Schließlich müssten die Flüchtlinge ein Dach über den Kopf bekommen.

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Quelle: RP
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