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Berlin/Brüssel
600 Abschiebungen seit 2015 kurzfristig gestoppt

Berlin/Brüssel. Seit Anfang 2015 sind 600 Abschiebungen aus Deutschland per Flugzeug im letzten Moment gestoppt worden - in 330 Fällen allein, weil sich die Betroffenen heftig gewehrt hatten. Das geht aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine kleine Anfrage der Linken hervor. In 160 Fällen weigerten sich demnach Fluglinien oder Piloten, die Migranten mitzunehmen. In 108 Fällen lagen medizinische Bedenken vor. In weiteren 37 Fällen weigerten sich die Zielstaaten, die Abzuschiebenden aufzunehmen.

Am häufigsten stoppten Migranten aus Eritrea und Gambia durch Widerstand ihre bereits laufenden Abschiebungen. Es folgten Somalia, Irak, Pakistan und Kamerun. Wie es nach den Abbrüchen weiterging, teilte das Bundesinnenministerium nicht mit. Zwischen Anfang 2015 und Ende Juni 2016 waren dem Papier zufolge aber knapp 33.000 Abschiebungen über den Luftweg erfolgreich - knapp drei Viertel der Menschen wurden nach Albanien, ins Kosovo, nach Serbien oder Mazedonien rückgeführt.

(dpa)
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