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Rudi Dutschke
Der sanfte Revolutionär

Rudi Dutschke: Der sanfte Revolutionär
FOTO: AP, AP
Düsseldorf. Der Wortführer der Studenten war rhetorisch versiert, aber ideologisch verblendet. Von Martin Kessler

Die schnelle und blecherne Sprechweise wurde sein Markenzeichen. Der 1940 in Brandenburg geborene Rudi Dutschke wollte eigentlich Sportreporter werden und hatte sich dafür die Schnelligkeit antrainiert. Später kam dem aus der DDR geflüchteten Wortführer der Studenten diese Stimme sehr gelegen. Sie gab seinen Reden eine fast magische Intensität.

Dutschke war im Osten Deutschlands aufgewachsen und wollte zum Studium in den Westen, was vor dem Mauerbau 1961 noch möglich war. Dort radikalisierte er sich schnell. Die ihm aus der DDR geläufige marxistische Ideologie ergänzte er um ein intensives eigenes Studium. Er wurde ein entschiedener Befürworter einer Umwälzung der gesellschaftlichen Verhältnisse auf marxistischer Grundlage. Und dafür war ihm Theorie sehr wichtig.

Die Studenten nahmen ihm sein ernsthaftes Engagement ab, selbst bei den Systemkritikern in Osteuropa hatte Dutschke einen guten Stand. Für "Bild" und die rechtskonservative Presse der Bundesrepublik war er hingegen die Inkarnation des bösartigen Umstürzlers, der mit allen Mitteln bekämpft werden sollte. Am 11. April 1968 wurde er Opfer des Anschlags eines vorbestraften labilen Einzelgängers. Er überlebte, starb aber indirekt an den Folgen des Attentats im Dezember 1979.

Dutschke war ein kruder Ideologe, aber auch ein fürsorglicher Familienmensch und privat ohne Starallüren. Er heiratete ganz konventionell die Amerikanerin Gretchen Klotz. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor, eines heißt Ché. 

 
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