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Paraguay erlebt politische Unruhen: 70 Festnahmen nach Putsch

zuletzt aktualisiert: 20.05.2000 - 14:57

Asuncion (dpa). Nach dem Scheitern eines unblutigen Putsches in Paraguay sind 70 Militärs, Polizisten und Zivilisten festgenommen worden. Unter den Zivilisten befänden sich auch vier Parlamentarier, teilten die Behörden am Freitagabend (Ortszeit) in der Hauptstadt Asuncion mit.

Bei den Putschisten handelte es sich um Anhänger des untergetauchten Generals Lino Oviedo. Er soll sich jedoch von der Aktion distanziert haben.

Bei dem Aufstand in der Nacht zum Freitag hatten die Putschisten eine Kaserne in Asuncion, das Hauptquartier der Polizei und einen Radiosender besetzt. Mehrere leichte Panzer beschossen das Parlamentsgebäude. Bei der Niederwerfung des Aufstandes gab es nur wenige Verletzte.

"Dies war eine Lektion für alle, die gegen den Strom der Geschichte schwimmen wollen und immer noch darauf hoffen, uns in eine dunkle Vergangenheit des Terrors und der Erniedrigung zurückzuwerfen", sagte Präsident Luis Gonzalez Macchi. Er ging nach Einschätzung politischer Beobachter in Asuncion gestärkt aus dem Konflikt hervor. Die Verhängung des Ausnahmezustandes für 30 Tage wurde vom Parlament gebilligt.

Oviedo hatte seine Landsleute in einem Zeitungsinterview erst vergangene Woche zum Sturz von Macchi aufgerufen. Der Präsident sei nicht demokratisch gewählt worden, sagte Oviedo. Der General hatte sich 1989 am Putsch gegen den langjährigen Diktator Alfredo Stroessner beteiligt. Jahre später soll er auch versucht haben, den damaligen Staatschef Juan Carlos Wasmosy abzusetzen.

Oviedo gilt zudem als Auftraggeber des Mordes an Vizepräsident Luis Maria Argana im März 1999. Die Tat hatte schwere Unruhen ausgelöst, die Oviedo und den damaligen Präsidenten Raul Cubas zur Flucht zwangen. Parlamentspräsident Macchi hatte damals die Nachfolge Cubas' als Staatspräsident und Regierungschef angetreten. dpa ro xx gm Paraguay/Konflikte/ (Zusammenfassung 1445) Nach gescheitertem Putsch in Paraguay 70 Festnahmen =

Asuncion (dpa) - Nach dem Scheitern eines unblutigen Putsches in Paraguay sind 70 Militärs, Polizisten und Zivilisten festgenommen worden. Unter den Zivilisten befänden sich auch vier Parlamentarier, teilten die Behörden am Freitagabend (Ortszeit) in der Hauptstadt Asuncion mit. Bei den Putschisten handelte es sich um Anhänger des untergetauchten Generals Lino Oviedo. Er soll sich jedoch von der Aktion distanziert haben.

Bei dem Aufstand in der Nacht zum Freitag hatten die Putschisten eine Kaserne in Asuncion, das Hauptquartier der Polizei und einen Radiosender besetzt. Mehrere leichte Panzer beschossen das Parlamentsgebäude. Bei der Niederwerfung des Aufstandes gab es nur wenige Verletzte.

"Dies war eine Lektion für alle, die gegen den Strom der Geschichte schwimmen wollen und immer noch darauf hoffen, uns in eine dunkle Vergangenheit des Terrors und der Erniedrigung zurückzuwerfen", sagte Präsident Luis Gonzalez Macchi. Er ging nach Einschätzung politischer Beobachter in Asuncion gestärkt aus dem Konflikt hervor. Die Verhängung des Ausnahmezustandes für 30 Tage wurde vom Parlament gebilligt.

Oviedo hatte seine Landsleute in einem Zeitungsinterview erst vergangene Woche zum Sturz von Macchi aufgerufen. Der Präsident sei nicht demokratisch gewählt worden, sagte Oviedo. Der General hatte sich 1989 am Putsch gegen den langjährigen Diktator Alfredo Stroessner beteiligt. Jahre später soll er auch versucht haben, den damaligen Staatschef Juan Carlos Wasmosy abzusetzen.

Oviedo gilt zudem als Auftraggeber des Mordes an Vizepräsident Luis Maria Argana im März 1999. Die Tat hatte schwere Unruhen ausgelöst, die Oviedo und den damaligen Präsidenten Raul Cubas zur Flucht zwangen. Parlamentspräsident Macchi hatte damals die Nachfolge Cubas' als Staatspräsident und Regierungschef angetreten.

Quelle: RPO Archiv

 
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