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Hagen: Rund 400 Anhänger der rechten Szene erwartet: 7500 Menschen bei Demonstration gegen Rechts

zuletzt aktualisiert: 10.02.2001 - 19:30

Hagen (AP). Unter dem Motto "Hagen stellt sich quer" haben am Samstag rund 7.500 Demonstranten ihr Missfallen über einen am selben Tag geplanten Neonazi-Aufmarsch in der westfälischen Stadt kundgetan.

Nach Polizeiangaben marschierten dann am Mittag rund 250 Rechtsextremisten durch einen Hagener Stadtteil. Für Aufruhr hätten rund 200 Demonstranten aus der autonomen Szene gesorgt, die Absperrungen durchbrechen wollten.

Zu einer friedlichen Gegendemonstration hatte auch der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Wolfgang Clement (SPD) aufgerufen. An der unter anderem vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) organisierten Gegendemonstration kamen unerwartet viele Teilnehmer, wie Polizeisprecherin Ute Hellmann sagte. Ursprünglich sei mit 5.000 Menschen gerechnet worden. Clement sagte der "Westfalenpost" (Samstagausgabe), er finde die "widerlichen Auftritte" von Neonazis kaum erträglich. Vor einem NPD-Verbot sei es aber kaum möglich, rechtsradikale Kundgebungen zu verbieten.

Die Neonazis unter der Führung des Hamburger Neonazis Christian Worch mussten sich nach Polizeiangaben in Hagen an strenge Sicherheitsauflagen halten: Sie durften keine Springerstiefel und Bomberjacken tragen, nicht in Reihen marschieren, sowie weder Trommeln noch Fahnen mitnehmen. Erlaubt waren nur die Bundesflagge und die Landesflaggen.

"Wir wollen einen uniformierten Aufmarsch verhindern, weil das den Leuten Angst einjagt", sagte Polizeisprecherin Hellmann. Den Rechtsradikalen sei zudem untersagt worden, die Worte "nationaler Widerstand" zu skandieren. Sie wollten ihre Demonstration unter das Motto "Gegen Diffamierung, Unterdrückung und Gewalt gegen Deutsche" stellen.

Demonstration weitgehend friedlich beendet

Weitgehend friedlich ist die Demonstration gegen rechte Gewalt und Fremdenfeindlichkeit beendet worden. Am Rande der Gegendemonstration sei es zu Ausschreitungen gekommen, als aus einer Gruppe von rund 200 Autonomen Gegenstände auf die Einsatzkräfte flogen, berichtete die Polizei. Drei Beamte wurden dabei leicht verletzt. Insgesamt nahm die Polizei elf Menschen in vorläufigen Gewahrsam. Mindestens vier davon gehören den Angaben zufolge der rechten Szene an.

Quelle: RPO Archiv

 
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