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Berlin
820 Islamisten reisten aus Deutschland nach Nahost

Berlin. Der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Gökay Sofuoglu, hat nach den Anschlägen von Istanbul mehr Solidarität der Europäer eingefordert. "Europa macht zu oft den Fehler, dass es Terrorismus als zweitrangig betrachtet, wenn er nicht direkt vor der eigenen Tür geschieht", sagte Sofuoglu unserer Redaktion. "Wir brauchen eine internationale Anti-Terror-Initiative, in der die Weltgemeinschaft gemeinsam den Terror bekämpft", fordert Sofuoglu. Die Länder müssten aufhören, sich gegenseitig vorzuwerfen, wer wo an welchen Terroranschlägen Mitschuld trage. Vielmehr müssten die Kräfte im Kampf gegen den Terror gebündelt werden, ansonsten gewännen der IS und andere Terroristen weiter an Boden.

Auch in Deutschland wächst die Bedrohung durch den IS. Nach Angaben des Innenministeriums sind bislang 820 Islamisten aus Deutschland nach Syrien oder in den Irak gereist, um dort für den IS oder andere Terror-Gruppen zu kämpfen oder diese zu unterstützen. Die Gefährlichkeit der reisenden Islamisten ist für die Behörden schwer einzuschätzen.

Etwa ein Drittel der mutmaßlichen Gotteskrieger, die im Irak oder in Syrien waren, lebt derzeit wieder in Deutschland. Bei 70 Personen gebe es Erkenntnisse, dass sie sich aktiv an Kämpfen in Syrien oder im Irak beteiligt oder hierfür eine Ausbildung absolviert hätten. Weitere 140 Dschihadisten sollen in Syrien oder im Irak ums Leben gekommen sein.

(qua)
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