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Damaskus
90 Tote bei irrtümlichem US-Angriff in Syrien

Damaskus. In Syrien droht die zwischen dem Regime und Rebellen vereinbarte Waffenruhe bereits nach einer Woche komplett zu scheitern. Einerseits sind die Kämpfe nach Angaben von Beobachtern deutlich intensiver geworden. Andererseits belastet der Tod von mindestens 90 syrischen Soldaten bei einem den USA zufolge versehentlichen US-Luftangriff das Verhältnis zwischen den USA und Russland schwer. Auch eine Woche nach Inkrafttreten der Feuerpause konnte keine humanitäre Hilfe an Hunderttausende notleidende Menschen verteilt werden. Heute müsste eigentlich die nächste Stufe der Vereinbarung zwischen den USA und Russland umgesetzt werden. Sie sieht vor, dass die USA und Russland gemeinsam und koordiniert gegen Terrorgruppen wie den IS vorgehen.

Bei dem US-Angriff starben nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden zudem 120 Soldaten verletzt. Die US-Regierung äußerte ihr "Bedauern". Die Piloten seien davon ausgegangen, dass sie Stellungen des IS angriffen, hieß es. Zudem seien russische Stellen vorab über die Angriffe informiert worden. Russland ließ eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates einberufen und warf den USA vor, "an der Grenze zwischen verbrecherischer Schlamperei und direkter Rücksichtnahme auf IS-Terroristen" gehandelt zu haben.

(dpa)
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