Berlin (rpo). Bundesfrauenministerin Christine Bergmann (SPD) zeigt sich optimistisch, dass sich die Berufssituation von Frauen in der freien Wirtschaft im Laufe der nächsten Jahre deutlich verbessert. Die am Monatsanfang getroffene Vereinbarung zwischen der Bundesregierung und den Wirtschaftsverbänden für die Gleichstellung der Frauen sei dafür eine geeignete Basis, sagte Bergmann.
Die Wirtschaftsverbände hatten nach längerem Tauziehen zugesagt, ihren Mitgliedern betriebliche Maßnahmen für eine bessere berufliche Förderung der Frauen zu empfehlen. Das ursprünglich von der Bundesregierung geplante Gesetz hatte die Wirtschaft ebenso entschieden abgelehnt wie eine Selbstverpflichtung. Dies hatte scharfe Kritik bei den Gewerkschaften wie auch bei den Grünen ausgelöst, die eine Empfehlung als unverbindlich ansehen.
Bergmann sagte, sie bleibe dabei, dass die Zusage der Wirtschaft ein Durchbruch und ein "ganz wesentlicher Fortschritt" sei. "Wir haben so etwas noch nie auf dem Tisch gehabt, und ich kenne auch nicht viel Länder, wo so etwas passiert." Es handele sich auch selbstverständlich um eine Verpflichtung der Wirtschaft, denn es stünden darunter die Unterschriften aller Wirtschafts- Spitzendebände.
Auch inhaltlich sei "richtig Substanz drin": klare Zielstellungen wie aktive betriebliche Fördermaßnahmen, Verbesserung der Ausbildungsperspektiven und der beruflichen Chancen der Frauen, Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie familienfreundliche Arbeitszeiten.
Besonders wichtig sei, dass es auch eine wirksame Kontrolle der Fortschritte bei der Frauenförderung gebe. Denn die Umsetzung der Vereinbarung solle durch eine paritätisch besetzte Kommission begleitet und kontrolliert werden. Diese Kommission werde sofort eine Bestandsaufnahme machen und im Jahr 2003 Bilanz ziehen, sagte Bergmann. "Dann werden wir sehen, was es gebracht hat. Und wenn es nichts gebracht hat, haben wir als Damoklesschwert für die Wirtschaft noch unser Gesetz."
Quelle: RPO Archiv