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Duisburg
Absage für Islam-Prediger

Duisburg. In einer Marxloher Moschee sind für Ostern Vorträge geplant. Jetzt hat der Moschee-Verein zwei der Sprecher ausgeladen - weil sie als radikal gelten. Von Laura Sandgathe

Im Internet kursiert auf Facebook ein Flyer, der auf Arabisch mit deutschen Einschüben zu einem Seminar in der Ar-Rahman-Moschee im Duisburger Stadtteil Marxloh einlädt. Über das Thema der Veranstaltung oder den Inhalt der Vorträge ist bislang nichts bekannt. Die Organisatoren waren gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Doch zwei der acht mit Fotos auf dem Flyer abgebildeten Sprecher stehen Medienberichten zufolge mit den Terroranschlägen in Paris in Verbindung - und sollen deswegen inzwischen wieder ausgeladen worden sein.

So soll der belgische Islamist Tarik Chadlioui, der auf der Liste der Redner aufgeführt ist, laut einem Bericht von Derwesten.de Verbindungen zu einer in Deutschland verbotenen islamistischen Gruppe haben. Ein weiterer Redner, Abdelkader Chouaa, wird dem Bericht zufolge verdächtigt, an den Planungen der Pariser Anschläge beteiligt gewesen zu sein. Er kommt ebenfalls aus Belgien. Nachdem der Moschee-Verein davon erfahren hatte, hat der Vorstand erklärt, dass er Chadlioui wieder ausladen werde. Chouaa habe seine Teilnahme von sich aus abgesagt, erklärte der Verein. Er habe zuvor nicht gewusst, mit welchen Hintergründen die Männer in Verbindung gebracht werden. Die Massjid Ar-Rahman-Moschee sollte erst im Oktober Schauplatz einer Islamisten-Veranstaltung werden. Der bekannte Islam-Prediger Pierre Vogel hatte sich angekündigt. Nachdem sich diese Nachricht jedoch in den Medien verbreitet hatte, wurde die Veranstaltung kurzfristig wieder abgesagt. Grund waren Bedenken des Moschee-Vereins.

Die Stadt Duisburg bestätigte, dass die Veranstaltung am Osterwochenende nach wie vor geplant sei. Sie sei allerdings nicht genehmigungspflichtig, sagte ein Stadtsprecher und fügte hinzu: "Natürlich verfolgen auch wir die Vorgänge rund um die Anschläge in Paris und jüngst in Brüssel mit großer Besorgnis."

Auch die Polizei ist über das Treffen informiert, will aber nach eigenen Angaben vorerst keine Maßnahmen ergreifen. Keiner der Teilnehmer werde gesucht, es handele sich um eine private Veranstaltung, sagte ein Sprecher. Gegenveranstaltungen oder Demonstrationen seien bislang nicht angemeldet.

Quelle: RP
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