Konkrete Anhaltspunkte: Ärztegemeinschaft: Vermutlich Millionenbetrug
zuletzt aktualisiert: 14.07.2002 - 20:00Hannover (rpo). Am Sonntag hat die Polizei Praxis- und Privaträume von 17 verdächtigen Ärzten bei Hannover durchsucht. Der Vorwurf lautet Abrechnungsbetrug in Millionenhöhe.
Es handelte sich um eine Praxisgemeinschaft in Burgdorf bei Hannover und Privathäuser. Unter Führung der Staatsanwaltschaft Hannover ermittle das Kriminalkommissariat Organisierte Kriminalität in Garbsen seit April gegen 17 Ärzte, teilte Staatsanwalt Thomas Klinge am Sonntag mit. Ihnen werde unter anderem banden- und gewerbsmäßig begangener schwerer Betrug, Urkundenfälschung und Geldwäsche vorgeworfen. Umfangreiches Schriftmaterial und Datenträger seien beschlagnahmt worden.
Die Kassenärztliche Vereinigung Hannover hatte nach Klinges Angaben im Mai Strafanzeige erstattet. Sie begründete die Anzeige damit, dass die beschuldigten Ärzte über Jahre hinweg Abrechnungsbetrügereien begangen haben könnten. Der Verdacht sei durch Recherchen der AOK Niedersachsen und der Barmer Ersatzkasse untermauert worden.
Nach bisherigen Ermittlungen bestehen nach Angaben der Staatsanwaltschaft Hannover konkrete Anhaltspunkte dafür, dass gezielt falsch abgerechnet wurde. Der Gesamtschaden könne sich im zweistelligen Millionenbereich bewegen.
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