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Düsseldorf
AfD sagt Landesparteitag ab

Düsseldorf. Die Partei äußert Sicherheitsbedenken. Das Innenministerium widerspricht.

Die nordrhein-westfälische AfD hat ihren für das Wochenende geplanten Parteitag verschoben. Wegen der massiven und militanten Drohungen gegen die Teilnehmer und Gäste habe sich die AfD gezwungen gesehen, ihren Parteitag im oberbergischen Wiehl abzusagen, teilte die Partei gestern mit. Die Polizei zeigte sich überrascht: "Aus polizeilicher Sicht war die Durchführung der geplanten Veranstaltung der AfD zu keinem Zeitpunkt gefährdet", erklärte die Kreispolizeibehörde Oberbergischer Kreis. Die Sicherheitskräfte hätten sich umfassend auf den Einsatz vorbereitet.

Auch das NRW-Innenministerium widersprach: "Es gab keine Hinweise, dass irgendwelche Probleme hätten entstehen können. Es haben auf jeden Fall ausreichend Kräfte bereitgestanden", sagte ein Sprecher. Erkenntnisse über ein Anrücken der Antifa lägen nicht vor. "Selbst dann hätten wir aber die Sicherheit gewährleisten können." Auf dem Parteitag wollte sich die AfD eigentlich neu aufstellen, nachdem mehrere Vorstandsmitglieder wie der frühere Co-Vorsitzende Marcus Pretzell und der einstige Schatzmeister Frank Neppe ausgetreten waren. Insidern zufolge waren der rechte Flügel und die früher eher wirtschaftsliberalen Mitglieder bis zuletzt zerstritten, wer welchen Posten erhält. Unklar war, ob es einen, zwei oder drei Parteisprecher geben soll. Der rechte Flügel um Vorstandssprecher Martin Renner habe bewusst die Verschiebung angestrebt, um sich eine Mehrheit zu sichern. "Laufend treten gemäßigte Mitglieder und Mandatsträger aus der Partei aus", meinte ein Insider, "da spekuliert der rechte Flügel in einigen Wochen auf einen weitgehenden Durchmarsch." Der eher flügelunabhängige Guido Reil sagte unserer Redaktion: "Vielleicht ist es ja gut, wenn wir noch einige Wochen Zeit haben, um uns zusammenzuraufen."

(kib/rky)
 
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