| 09.26 Uhr

Düsseldorf
AfD will "klare Opposition" sein

"Ich erwarte Dank von Laschet": So reagiert die AfD auf die NRW-Wahl
Düsseldorf. Marcus Pretzell verspricht: "Herr Laschet wird sich noch umgucken."

Im Siegestaumel über den erstmaligen Einzug der AfD in den NRW-Landtag zeigt sich Spitzenkandidat Marcus Pretzell selbstbewusst. "Wir werden ehrliche, klare Opposition machen", ruft Pretzell seinen Anhängern zu. "Wir werden den Finger in die Wunde legen, so wie die das noch gar nicht kennen. Herr Laschet wird sich noch umgucken", sagt Pretzell an die Adresse von Wahlsieger und CDU-Spitzenkandidat Armin Laschet gerichtet.

Nach den Hochrechnungen kommt die AfD bei der Landtagswahl auf mehr als sieben Prozent der Stimmen. Damit ist die Partei künftig in 13 von 16 Landesparlamenten vertreten. Auf der Wahlparty in Düsseldorf wird gefeiert. Laute "AfD"-Anfeuerungsrufe schallen Pretzell entgegen. Auch seine Ehefrau, die AfD-Bundesvorsitzende Frauke Petry, zählt zu den Gästen.

In der künftigen Landtagsopposition, eine Zusammenarbeit mit der AfD haben die anderen Parteien ausgeschlossen, will der Jurist Pretzell mit seiner Partei auf vielen Ebenen angreifen. Nicht nur SPD und Grüne hätten ein "Chaos" verursacht, sondern auch CDU und FDP. "Das werden wir jetzt in den kommenden fünf Jahren im Landtag offenlegen." Er wolle Verbesserungsvorschläge zu Bildungspolitik, Asyl- und Migrationspolitik, Verkehrspolitik und zum Thema innere Sicherheit machen, kündigt Pretzell an. Gerade bei der inneren Sicherheit habe sich die SPD ihre blutige Nase redlich verdient.

Das Ergebnis und der Einzug ins Parlament in Nordrhein-Westfalen sind nach Ansicht von Pretzell auch richtungsweisend für die Bundestagswahl im September. Er selbst hat auf einen bürgerlicheren, gemäßigten Kurs gesetzt, was in der Partei durchaus umstritten war.

Die Wahlparty der NRW-AfD mit rund 150 Mitgliedern fand linksrheinisch in einem Düsseldorfer Industriegebiet statt. Eine Berichterstattung von dort war für unsere Zeitung nicht möglich. Nach dem Einlass durch das Vorzeigen des Presseausweises wurde die Reporterin unserer Redaktion vom Sprecher der Partei aufgefordert, die Veranstaltung zu verlassen.

(jra/dpa)
 
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