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Amerikanische Außenministerin zu Gesprächen in Peking: Albright fordert China zum Dialog mit Taiwan auf

zuletzt aktualisiert: 22.06.2000 - 21:53

Peking (AP). US-Außenministerin Madeleine Albright hat China zum politischen Dialog mit Taiwan aufgefordert. Nach einem Treffen mit dem chinesischen Außenminister Tang Jiaxuan sagte Albright am Donnerstag in Peking, die Entspannung zwischen den beiden Staaten habe für die USA oberste Priorität.

Im Mittelpunkt der kurzfristig anberaumten Gespräche stand auch der historische Gipfel von Nord- und Südkorea. Albright war die ranghöchste Besucherin aus den USA seit der Bombardierung der chinesischen Botschaft in Jugoslawien vor 13 Monaten.

Es sei sehr wichtig, dass nach dem erfolgreichen Gipfeltreffen von Nord- und Südkorea nun auch China und Taiwan eine gemeinsame Ebene für Gespräche fänden, sagte Albright vor Journalisten. Die Führung in Peking hatte am Dienstag eine Einladung des neuen taiwanischen Präsidenten Chen Shui Bian zurückgewiesen. Chen hatte vorgeschlagen, dass China und Taiwan dem Beispiel des Koreagipfels folgen sollten. Albright bat die chinesische Regierung, ihre Absage noch einmal zu überdenken.

China betrachtet Taiwan, das sich 1949 während des Bürgerkriegs abspaltete, als abtrünnige Provinz und fordert, dass die Regierung in Taipeh zunächst die "Ein-China-Politik" akzeptiert, wonach Taiwan ein untrennbarer Teil Chinas ist.

Albright bezeichnete die Treffen mit Vertretern der Regierung in Peking als überwiegend positiv. So akzeptiere China zum Beispiel die Notwendigkeit, den Export von Raketentechnologie einzuschränken, sagte die US-Außenministerin. Andererseits gebe es zwischen Washington und Peking noch große Differenzen in Menschenrechtsfragen und dem Verhältnis zu Tibet. Am Vorabend des Besuchs von Albright hatte China gegen eine Begegnung von US-Präsident Bill Clinton mit dem Dalai Lama protestiert, dem im Exil lebenden geistigen Oberhaupt der tibetischen Buddhisten. Mit dem Treffen vom Dienstag habe sich die US-Regierung in die inneren Angelegenheiten Chinas eingemischt, kritisierte das Außenministerium.

Zu dem Bombenangriff der NATO auf die chinesische Botschaft in Belgrad während des Kosovo-Kriegs verlangt Peking weitere Untersuchungen und eine Bestrafung der Verantwortlichen. Die USA vertreten die Haltung, dass es sich um einen irrtümlichen Angriff gehandelt hat. Dabei kamen am 8. Mai vergangenen Jahres drei Menschen ums Leben.

Neben Außenminister Tang traf Albright am Donnerstag auch Ministerpräsident Zhu Rongji und dessen Stellvertreter Qian Qichen. Am Abend wollte die US-Außenministerin mit Präsident Jiang Zemin sprechen.

Quelle: RPO Archiv

 
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