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"Maßnahme zur Beruhigung der Truppe": Alle spanischen NATO-Soldaten auf Verstrahlung im Kosovo untersucht

zuletzt aktualisiert: 24.12.2000 - 17:17

Madrid (dpa). Nach Berichten über Leukämie-Fälle wegen des Einsatzes von Uran-Munition seitens der NATO im Kosovo-Krieg sollen 32.000 spanische Soldaten auf mögliche Gesundheitsschäden ärztlich untersucht werden. Dies ordnete das Verteidigungsministerium in Madrid nach Presseberichten vom Sonntag an. Die ersten 5 000 Tests seien negativ ausgefallen, schrieb die Zeitung "El Pais".

Das Ministerium schloss aus, dass spanische Soldaten während ihres Einsatzes im Kosovo auf Grund radioaktiver Verstrahlung an "Blutkrebs" erkrankt seien. Die Maßnahme diene lediglich zur Beruhigung der Truppe.

Den Untersuchungen sollen sich alle spanischen Soldaten unterziehen, die seit 1992 in der Balkan-Region stationiert waren. Hintergrund sind Presseberichte in Italien, Portugal und Spanien, wonach infolge der Strahlung mittlerweile mehrere NATO-Soldaten an Leukämie erkrankt und gestorben seien.

Die Nordatlantische Allianz hatte im April 1999 den Einsatz radioaktiver Uran-Munition bei den Luftangriffen gegen Jugoslawien eingeräumt. Anfang dieses Jahres wurde bekannt, dass amerikanische NATO-Soldaten bei etwa 100 Angriffsflügen mit A-10-Flugzeugen 31 000 Einheiten Munition mit insgesamt rund zehn Tonnen schwach radioaktivem Uran verwendeten. Munition mit einem Uran-Mantel zeichnet sich durch eine besonders starke Durchschlagskraft aus.

In Spanien hatte der Leukämie-Tod eines 41-jährigen Soldaten für Schlagzeilen gesorgt, der in diesem Jahr vier Monate in der Balkan- Region stationiert war. Ursache der Erkrankung war nach Angaben des Verteidigungsministeriums aber nicht radioaktive Verstrahlung. Der Soldat sei in Skopje in Mazedonien stationiert gewesen. Dort habe weder Krieg geherrscht noch sei dort Uran-Munition eingesetzt worden.

Quelle: RPO Archiv

 
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