Solange bis über seine Beschwerde entschieden ist: Amtsenthebung von Priester Hasenhüttl vorläufig ausgesetzt
zuletzt aktualisiert: 21.07.2003 - 13:16Trier/Saarbrücken (rpo). Bis über seine Beschwerde entschieden ist, hat das Bistum Trier die Amtsenthebung des katholischen Priesters Gotthold Hasenhüttl (69) wegen einer gemeinsamen Abendmahlsfeier mit Protestanten vorläufig ausgesetzt.
Der Saarbrücker Priester hat Beschwerde beim Heiligen Stuhl in Rom eingelegt. Bis zu einer Entscheidung des Vatikans dürfe Hasenhüttl wieder seinen priesterlichen Dienst verrichten, bestätigte ein Bistumssprecher am Montag auf Anfrage. Die Suspension von Bischof Reinhard Marx sei für diese Zeit ausgesetzt.
Hasenhüttl will jedoch nach eigenen Angaben keine größeren Gottesdienste leiten. Er werde allerdings seine seelsorgerische Arbeit fortsetzen. So leite er unter anderem an diesem Donnerstag einen Trauergottesdienst für ein Mitglied seiner Gemeinde.
Die am vergangenen Donnerstag vom Trierer Bischof ausgesprochene Suspension hatte bundesweit für Kritik gesorgt - unter anderem von Bundespräsident Johannes Rau. Die katholische Kirche wirft Hasenhüttl indes Illoyalität vor. Er halte sich nicht an Ordnung und Gesetze der Kirche. Der 69-Jährige hatte am Rande des ersten Ökumenischen Kirchentages Ende Mai in Berlin die Kommunion auch an evangelische Christen ausgeteilt. Das ist nach Gesetzen der römisch-katholischen Kirche verboten. Hasenhüttl hatte danach jegliche Reue verweigert zudem betont, er würde dies immer wieder tun.
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