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Berlin
Anbau des Bundestages wird wohl sechs Jahre später fertig

Berlin. 2014 sollte er in Betrieb gehen - der architektonisch herausragende Erweiterungsbau des Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses. Architekt Stephan Braunfels griff mit dem Bundestagsgebäude nicht nur das "Band des Bundes" über die Spree hinweg auf, sondern zitierte an der Luisenstraße auch die Reichstagskuppel. Nun kopiert der Bauherr Bund die Dauerbaustelle BER: neue Eröffnung 2016, dann 2017, nun wird es wohl nichts vor 2020. Dabei braucht das Parlament angesichts der nächstes Jahr zu erwartenden Fraktionen- und Sitzevermehrung dringend mehr Büros.

Schuld ist die Bodenplatte: nicht dicht. In die Nachbarschaft der Spree versenkt, fließt Wasser in den Bau. Es gebe nicht eine einzelne Schadensursache, erläutert das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, sondern "ein Zusammenwirken verschiedener Ursachen aus Planungs-, Ausführungs- und Überwachungsmängeln". Da haben viele Murks gebaut. Um die Platte abzudichten, muss die komplette Technik wieder ausgebaut werden. Dann wird die Sanierung bis zu zwei Jahre in Anspruch nehmen, so dass es frühestens 2020 mit der Übergabe klappt. Die Kosten haben offenbar die 200-Millionen-Marke überschritten, allein die Sanierung soll im zweistelligen Millionenbereich liegen.

Und nun hat auch noch Architekt Braunfels gekündigt, weil er auf Millionen an Honoraren wartet. Die Beteiligten streiten sich um die Rechtmäßigkeit der Kündigung. Intern wird schon damit gerechnet, dass der Bau erst nach den Wahlen 2021 komplett nutzbar sein könnte.

(may-)
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