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Commerzbank und Dresdner offenbar nahezu einig: Angeblich europäische Mega-Fusion im Bankensektor geplant

zuletzt aktualisiert: 14.07.2000 - 14:07

Hamburg /Frankfurt/Main (dpa/AP). In die geplante Banken-Fusion zwischen Dresdner und Commerzbank könnten nach einem Bericht der «Bild»-Zeitung weitere Großbanken einbezogen werden. Angeblich werde zurzeit eine Fünferlösung angestrebt.

Kandidaten seien die französische Bank BNP Paribas, die Schweizer Credit Suisse und die spanische Banco Santander, schreibt die Zeitung. Mit fast vier Billionen Mark Bilanzsumme entstünde so das größte Finanzinstitut der Welt. Angeblich würden die Franzosen die operative Führung übernehmen.

Commerzbank und Dresdner haben bei ihren Gesprächen offenbar die entscheidenden Hürden genommen. Jetzt stünden Verhandlungen mit den Aktionären Allianz und Generali an, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Freitagausgabe) unter Berufung auf Bankenkreise. Über die künftige Struktur und die personelle Besetzung seien sich die Institute nahezu einig. Auch die Bewertungsfrage, die in den vergangenen Tagen Spekulationen über ein mögliches Scheitern der Verhandlungen ausgelöst hatte, lasse sich lösen, schrieb das Blatt unter Berufung auf Beobachter.

Eine mögliche Verschmelzung der Banken könnte den Anstoß zu einem Megazusammenschluss in Europa geben, schrieb "Bild". Dabei könnte die französische Bank BNP Paribas, der schweizerischen Anstalt Credit Suisse und des spanischen Banco Santander einbezogen werden. Die Banken wollten die Berichte nicht kommentieren. Gerald Herrmann von der Deutschen Angestellten-Gewerkschaft, der auch im Aufsichtsrat der Commerzbank sitzt, schätzte eine derartige Großlösung allerdings als sehr unwahrscheinlich ein.

"Nach dem in der Verhandlungsstaffel zwischen beiden Banken weitestgehende Übereinstimmung herrscht, geht es in der nächsten Verhandlungsstaffel um die Gespräche mit Allianz und Generali", zitierte die "FAZ" Bankenkreise. Wenn dort eine Einigung erzielt werde, könne man letztlich mit dem Commerzbank Großaktionär Cobra sprechen, hieß es in Bankenkreisen weiter. Angesichts der Vielzahl der Interessen der Versicherer in einem fusionierten Institut sei eine Einigung der Allianz, die knapp 22 Prozent an der Dresdner Bank hält und der italienischen Generali, die mit fünf Prozent an der Commerzbank beteiligt ist, sehr nahe liegend. So sei vorstellbar, dass eine Versicherung den Vertrieb über die Zweigstellen übernehme und die andere den über die Direktbank.

Die Allianz werde nach Einschätzungen von Bankenkreisen bei der geplanten Fusion eine konstruktive Rolle übernehmen. Ein Deal, der den Eindruck erwecke, dass sich die Allianz an den beiden Banken kräftig bediene, werde es nicht geben.

Bei der Frage der Bewertung werde man sich auf eine Bandbreite für ein mögliches Austauschverhältnis festlegen, berichtete das Blatt unter Berufungen auf Bankenkreise. Steuerrechtlich schwierig sei allerdings die Dresdner Bank im Hinblick auf ihre Beteiligungen in Höhe von elf Milliarden Euro (rund 20 Milliarden Mark) abzuspecken, um zu einem annährend gleichen Wertverhältnis zu kommen. Die Commerzbank verfüge insgesamt über Beteiligungen in Höhe von rund 2,5 Milliarden Euro.

Quelle: RPO Archiv

 
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