"Revolutionären Zellen": Angeklagter gesteht Beteiligung an Anschlägen
zuletzt aktualisiert: 06.12.2000 - 14:24Berlin (dpa). Im Prozess um Anschläge der linken Untergrundorganisation "Revolutionäre Zellen" (RZ) zwischen 1985 und 1995 hat der Angeklagte Tarek Mousli seine Beteiligung gestanden. "Die Anklage deckt sich mit dem, was ich ausgesagt habe", sagte der 41-jährige Deutsch-Libanese am Mittwoch zum Prozessauftakt vor dem Berliner Kammergericht.
Die Bundesanwaltschaft hatte den Angeklagten nach einer vom Gericht verlesenen Erklärung eine Bewährungsstrafe in Aussicht gestellt, falls er sich geständig zeige und zur Aufklärung der terroristischen Aktivitäten der RZ beitrage. Nach Hinweisen von Mousli waren mehrere untergetauchte RZ-Mitglieder festgenommen worden.
In der Anklage wirft Generalbundesanwalt Kay Nehm dem Kampfsportlehrer vor, zwischen 1985 und 1995 als Technikspezialist der "Berliner Zelle" Mitglied der terroristischen Vereinigung gewesen zu sein und sich an einem Sprengstoffanschlag auf die Berliner Sozialhilfestelle für Asylbewerber 1987 beteiligt zu haben.
Zudem wird ihm vorgeworfen, 1986 am Anschlag auf den damaligen Leiter der Berliner Ausländerbehörde, Harald Hollenberg, und 1987 am Attentat auf den damaligen Bundesverwaltungsrichter Günter Korbmacher teilgenommen zu haben. Beide Opfer waren durch gezielte Schüsse in die Beine verletzt worden. Mousli hatte in diesen Fällen die Tatorte und Fluchtwege ausgekundschaftet und die Aktionen per Funk abgesichert.
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