Mindestens 91 Tote: Angola: Rebellenangriff auf Zug
zuletzt aktualisiert: 12.08.2001 - 14:52Lissabon (rpo). Bei einem Rebellenangriff auf einen vollbesetzten Eisenbahnzug sind in Angola mindestens 91 Fahrgäste getötet und 146 verletzt worden.
Wie die portugiesische Nachrichtenagentur Lusa am Sonntag berichtete, fuhr der Zug am Freitag 120 Kilometer östlich der angolanischen Hauptstadt Luanda auf eine Panzermine und entgleiste. Die an den Konvoi angehängten Kesselwagen seien entgleist und in Flammen aufgegangen.
Anschließend hätten Rebellen das Feuer auf die in Panik flüchtenden Passagiere eröffnet, hieß es. Zahlreiche Überlebende hätten sich im dicht bewachsenen Buschland vor den Angreifern versteckt. Die Lissaboner Zeitung "Diario de Noticias" bezifferte die Zahl der Toten auf über 100. Sie machte die Rebellenorganisation UNITA (Union für die vollständige Unabhängigkeit Angolas) für den Angriff verantwortlich. Die UNITA bekannte sich allerdings zunächst nicht zu der Attacke.
In dem Zug, der sich auf der Fahrt von Luanda in die südöstlich gelegene Stadt Dondo befunden hatte, reisten etwa 500 Fahrgäste. Die Bahnstrecke galt als sicher, nachdem sie seit fünf Jahren nicht mehr angegriffen worden war. In dem rohstoffreichen südwestafrikanischen Land stehen sich die Regierungsarmee und die UNITA-Rebellen seit der Unabhängigkeit der portugiesischen Ex-Kolonie vor 26 Jahren in einem blutigen Bürgerkrieg gegenüber. In dem Konflikt wurden nach Schätzungen mindestens eine halbe Millionen Menschen getötet.
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