Brennende Straßenbarrikaden in Belfast: Angst vor neuer Gewalt in Nordirland
zuletzt aktualisiert: 04.07.2000 - 12:37Belfast (dpa). Nach Krawallen und Schüssen in der nordirischen Kleinstadt Portadown steigt die Angst vor neuer Gewalt in der britischen Unruheprovinz. Jugendliche Loyalisten und Anhänger protestantischer Milizen bewarfen Polizei und Soldaten in der Nacht mit Steinen und Molotowcocktails. Sie wollten damit gegen das Verbot eines Marsches des protestantischen Oranierordens am Sonntag durch ein Katholikenviertel protestieren.
Erst am Sonntag war es nach einer Parade zu schweren Krawallen mit sieben Verletzten gekommen. Wie die britische BBC berichtete, bewarfen Gruppen jugendlicher Protestanten die Sicherheitskräfte mit Steinen und Molotowcocktails. In Belfast wurden an mehreren Stellen brennende Straßenbarrikaden errichtet. Erst am Sonntag war es nach einer Parade des Oranierordens in Portadown zu schweren Krawallen gekommen. Dabei waren sieben Beamte leicht verletzt worden Am Montag hatte die unabhängige Paradekommission dem Oranierorden den umstrittenen Marsch durch das Katholikenviertel untersagt. Ein Umzug durch die katholische Garvaghy Road würde die Verständigung zwischen Protestanten und Katholiken weiter belasten, entschied die Kommission.
Mit ihren traditionellen Paraden im Juli erinnert der Orden an einen Sieg des protestantischen Königs Wilhelm von Oranien (1650- 1702) über den von ihm gestürzten katholischen König Jakob II.
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