"Spionage"-Prozess gegen deutsche Stiftungsmitglieder: Ankara: Freispruch mangels Beweisen abgelehnt
zuletzt aktualisiert: 26.12.2002 - 17:11Ankara (rpo). Einen Freispruch mangels Beweisen hat das Staatssicherheitsgericht in Ankara, vor dem seit Donnerstag der umstrittene "Spionage"-Prozess gegen die parteinahen deutschen Stiftungen in der Türkei verhandelt wird, noch vor der Anhörung der Angeklagten abgelehnt.
Das berichtete die halbamtliche Nachrichtenagentur Anadolu. Den Vertretern der Konrad-Adenauer-, Friedrich-Ebert-, Heinrich-Böll- und Friedrich-Naumann-Stiftung sowie des deutschen Orientinstituts werden "Geheimbündelei" und "geheime Absprachen gegen die Sicherheit des türkischen Staates" vorgeworfen.
Mitangeklagt sind Vertreter einer türkischen Bürgerinitiative, die sich seit Jahren gegen den Abbau von Gold mit giftigem Zyanid nahe der westtürkischen Stadt Bergama einsetzt. Auslöser für den Prozess war ein Buch des in der vergangenen Woche ermordeten türkischen Wissenschaftlers Necip Hablemitoglu unter dem Titel "Die deutschen Stiftungen und die Akte Bergama". Die deutschen Stiftungen sollen den Widerstand der türkischen Umweltschützer gegen das Projekt gefördert haben. Den Angeklagten drohen bei einem Schuldspruch bis zu 15 Jahre Haft.
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