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UN-Generalsekretär setzt Nahostreise fort: Annan in Kairo eingetroffen

zuletzt aktualisiert: 18.06.2000 - 19:41

Kairo/Teheran/New York (dpa). UN-Generalsekretär Kofi Annan ist am Sonntag auf seiner Nahostreise aus Teheran kommend in Kairo eingetroffen. Nach seiner Ankunft sprach er die Hoffnung aus, dass der Nahost-Friedensprozess fortgesetzt und die neue syrische Führung in demselben Rahmen weiterarbeiten wird. Vor Journalisten räumte er ein, dass es zwischen Libanon und Israel noch Probleme über die Demarkation ihrer internationalen Grenze gebe.

Die UN hatten am Freitag den vollständigen Abzug der israelischen Streitkräfte aus allen besetzten Teilen Südlibanons bestätigt, was von der Beiruter Regierung bestritten wird. Russland blockierte am Sonntag in New York im UN-Sicherheitsrat vorerst im Einvernehmen mit Libanon die formelle Bestätigung des Abzugs israelischer Truppen. Nach Meinung der Libanesen gibt es noch etwa zwölf Stellen im Grenzgebiet, an denen die Israelis nach Interpretation Beiruts libanesisches Territorium besetzt halten.

Annan bestätigte in Kairo, dass Israel und Libanon zur Lösung der noch anhängigen Probleme bei der Definition ihrer Grenze zusammenarbeiten wollen. Beide Länder sollten kooperieren, und dies liege auch in ihrer Verantwortung, sagte Annan. Nach seinem Eintreffen sprach Annan zunächst mit dem ägyptischen Außenminister Amre Mussa. Für Montag war ein Treffen mit Präsident Husni Mubarak geplant. Danach wollte Annan nach Libanon weiterfliegen, um mit der dortigen Regierung den Grenzstreit zu erörtern.

In Teheran für Zusammenarbeit geworben

Weitere Stationen der Nahostreise Annas sind Israel, die palästinensischen Autonomiegebiete, Jordanien und Syrien. In Iran hatte Annan die iranische Führung aufgefordert, mit den UN bei ihrem Bemühen um einen Nahostfrieden zusammenzuarbeiten. Der iranische Präsident Mohammed Chatami hatte im Gespräch mit Annan in Teheran "die Freilassung aller politischen Häftlinge in Israel und praktische Schritte zur Rückkehr von Flüchtlingen nach Libanon" als Voraussetzungen für einen dauerhaften Frieden in der Region verlangt.

Zugleich habe die iranische Führung grundsätzlich Bereitschaft zu erkennen gegeben, die Friedensanstrengungen der Vereinten Nationen unterstützen zu wollen, verlautete aus UN-Kreisen in Teheran. Den israelischen Abzug aus Südlibanon wertete Chatami als "großen Sieg".

Quelle: RPO Archiv

 
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