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Drei Verdächtige in Marokko festgenommen: Anschläge auf hoher See geplant

zuletzt aktualisiert: 11.06.2002 - 12:09

London (rpo). US-Kriegsschiffe sind in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt worden. Grund sind Informationen über geplante Anschläge auf hoher See. In Marokko wurden drei Saudi-Araber verhaftet, die offenbar Selbstmordanschläge auf amerikanische und britische Kriegsschiffe in der Straße von Gibraltar planten.

Gefahr könne von Schwimmern oder Tauchern ausgehen, erklärte ein Sprecher. In Marokko wurden drei Saudi-Araber verhaftet, die laut Polizei Selbstmordanschläge auf amerikanische und britische Kriegsschiffe in der Straße von Gibraltar planten. Zuvor hatten die US-Behörden bekannt gegeben, einen Anschlag mit einer radioaktiven Bombe vereitelt zu haben.

Die US-Küstenwacht gab die Terrorwarnung nach eigenen Angaben bereits am Wochenende aus und reagierte damit auf Berichte über drohende Anschläge. Es seien konkrete Empfehlungen gegeben worden, wie die Sicherheit in den Häfen erhöht werden könne, sagte Sprecher Jim McPherson. Auch plane die Küstenwacht, Spürhunde auf hoher See nach Sprengstoff suchen zu lassen. Die Tiere sollten mit Hubschraubern zu ihren Einsatzorten auf Schiffen transportiert werden, sagte McPherson.

Die in Marokko verhafteten Männer gehören nach Ansicht der Polizei einer Terrorzelle des El-Kaida-Netzwerks an. Die Saudi-Araber im Alter zwischen 25 und 35 Jahren wurden den Angaben zufolge bereits im Mai festgenommen. Sie hätten geplant, mit Sprengstoff beladene Boote in die Straße von Gibraltar zu steuern, um amerikanische und britische Kriegsschiffe in die Luft zu jagen, erklärte ein Sprecher der marokkanischen Behörden.

Im Kampf gegen den internationalen Terrorismus schließen die USA Präventivschläge nicht aus. Mit der Verbreitung chemischer, biologischer und nuklearer Waffen könnten "die Feinde der Freiheit katastrophale Macht erlangen", sagte US-Präsident George W. Bush bei einem Treffen mit konservativen Politikern im Weißen Haus und versprach, "die neuen totalitären Kräfte mit all unserer Macht zu bekämpfen". Auch Vizepräsident Dick Cheney betonte die Notwendigkeit einer Erstschlagspolitik: "Wir werden nicht warten, bis es zu spät ist."

Bedenken wegen neuen US-Ministeriums

Zuvor hatte Justizminister John Ashcroft die Festnahme eines Mannes bekannt gegeben, der einen Anschlag mit einer so genannten schmutzigen Bombe geplant haben soll. Der Sprengsatz, der radioaktive Strahlung freisetzt, sollte vermutlich in Washington gezündet werden. Bei dem Verdächtigen handelt es sich laut Ashcroft um einen ehemaligen Chicagoer Straßengangster, der sich seit seinem Übertritt zum Islam Abdullah Al Muhajir nannte. Der 31-Jährige, der bereits am 8. Mai festgenommen wurde, soll in Afghanistan ausgebildet worden sein und dort ranghohe El-Kaida-Mitglieder getroffen haben.

Ashcroft erklärte am Dienstag am Rande seines Besuchs in Budapest, Al Muhajir könne zweifellos "sehr wichtige Informationen über die Feinde Amerikas" weitergeben. Seine Festnahme sei ein entscheidender Schlag gegen El Kaida.

Unterdessen äußerten Kongressabgeordnete Bedenken bezüglich der Pläne Bushs für ein neues Ministerium für den Heimatschutz. Demokratische Parlamentarier wollten bei den bevorstehenden Anhörungen vor allem Informationen über die Kosten und die Auswirkungen auf derzeitige Verwaltungsstrukturen einfordern. Potenzielle Widerstände gab es ferner gegen das Vorhaben, das Immigrationsamt in dem neuen Ministerium anzusiedeln. Dies könnte den Eindruck einer einwanderungsfeindlichen Behörde vermitteln, meinte der republikanische Abgeordnete Mac Thornberry.

Quelle: RPO Archiv

 
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