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Rechtsextremer Hintergrund: Anschlag auf KZ-Gedenkstätte Buchenwald

zuletzt aktualisiert: 03.10.2000 - 18:53

Weimar (dpa). Die KZ-Gedenkstätte Buchenwald bei Weimar ist in der Nacht zum zehnten Jahrestag der Deutschen Einheit durch Steinwürfe und Hakenkreuz-Schmierereien geschändet worden.

Unbekannte hatten zwei Pflastersteine gegen ein Fenster des Museums oberhalb des Glockenturms geworfen, berichtete die Polizei am Dienstag. Dabei sei das Sicherheitsglas beschädigt worden. Zwei Gedenktafeln und ein Holzschild wurden mit Hakenkreuzen besprüht. Thüringens Ministerpräsident Bernhard Vogel (CDU) verurteilte die Tat auf das Schärfste.

Die Polizei vermutet, dass die Täter erst die Steine warfen und dann die drei Tafeln an den Zufahrtsstraßen mit Hakenkreuzen beschmierten. Eine Gedenktafel erinnert an den politischen Häftling Frederic Manhes aus Frankreich, einen Ehrenbürger Weimars. Die Ermittler einer Sonderkommission haben eine konkrete Spur, wollten sich dazu aber nicht äußern. Die Polizei hat 5.000 Mark Belohnung für weitere Hinweise ausgesetzt.

Vogel sagte, offensichtlich handele es sich um Täter, die meinten, sie müssten am 3. Oktober besonders auffallen. Dabei seien solche Taten gerade am Tag der Einheit besonders zu verurteilen. Nach Ansicht des stellvertretenden Leiters der Gedenkstätte Buchenwald, Rikola-Gunnar Lüttgenau, besteht eher ein Zusammenhang zwischen der Tat und der Verleihung des Weimar-Preises 2000 an Gedenkstätten- Direktor Volkhard Knigge. «Diesmal war es der Versuch einer bewussten Zerstörung der Gedenkstätten-Arbeit», sagte er.

Quelle: RPO Archiv

 
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