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Ankara
54 Tote bei Attentat in der Türkei

Anschlag in der Türkei: 51 Tote bei Attentat bei Hochzeitsfeier
FOTO: ap, BO
Ankara. Die Tat ereignete sich während einer Hochzeitsfeier im Südosten des Landes.

Ein junger Selbstmordattentäter hat sich auf einer Hochzeitsfeier im Südosten der Türkei in die Luft gesprengt und mindestens 54Menschen mit in den Tod gerissen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan machte die Terrormiliz Islamischer Staat für den Angriff in Gaziantep nahe der syrischen Grenze verantwortlich. Der IS sei "der wahrscheinlichste Täter des Angriffs". Der Attentäter sei zwischen 12 und 14 Jahren alt gewesen. Rund 70 Menschen wurden verletzt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel verurteilte den Anschlag in der Türkei aufs Schärfste. "Erneut sind unschuldige Männer, Frauen und Kinder zum Opfer feiger und hinterhältiger Gewalt geworden", schrieb sie dem türkischen Ministerpräsidenten Binali Yildirim in einem Kondolenztelegramm. "Unsere Gedanken sind bei den Opfern und deren Familien. Ich bitte Sie, den Angehörigen unser Beileid und Mitgefühl auszurichten und den Verwundeten rasche Genesung zu wünschen." Die Bundesregierung stehe im Kampf gegen den Terrorismus weiter eng an der Seite der Türkei.

Auf Fotos nach dem Anschlag waren mehrere in Laken gehüllte Leichen zu sehen. Die Polizei riegelte die Gegend ab. Der Journalist Mehmet Tascioglu sagte dem türkischen Fernsehsender NTV, die Detonation habe man in weiten Teilen der Stadt hören können. Hunderte Einwohner versammelten sich in der Nähe des Tatorts und riefen zum Gedenken an die Opfer "Allah ist groß". Die türkischen Behörden verhängten eine Mediensperre über die Berichterstattung, bis die Ermittlungen abgeschlossen sind.

Die Türkei ist in den vergangenen Monaten von einer Reihe von Selbstmordattentaten heimgesucht worden, für die sich vor allem kurdische Aufständische oder der IS verantwortlich zeigten. Im Juni griffen mutmaßliche IS-Kämpfer den Flughafen von Istanbul an. Dabei wurden 44 Menschen getötet. Die Türkei kämpft zudem weiterhin mit den Nachwirkungen des Putschversuches, für den sie den in den USA lebenden Fethullah Gülen verantwortlich macht.

(ap)
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