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Laut "Report München" hatten Terroristen Zugriff auf Hilfsgelder: Arafat soll mit EU-Geld Mordanschläge finanziert haben

zuletzt aktualisiert: 07.06.2004 - 11:35

München (rpo). Mordanschläge von Palästinensern in Israel sollen mit Hilfsgeldern der Europäischen Union finanziert worden sein. Das berichtet das ARD-Magazin "Report München". Die EU-Kommission lässt die Vorwürfe prüfen. 

Der Redaktion lägen vom palästinensischen Präsidenten "Jassir Arafat persönlich unterschriebene Zahlungsanweisungen an Terroristen vor, die Morde in Israel und im Westjordanland verübt hatten". "Report München" berichtete, Arafat habe über Jahre hinweg internationale Hilfsgelder für Aktivisten der Al Fatah, der Al-Aksa-Brigaden und der Tanzim-Milizen abgezweigt. Das Geld sei über Briefkastenfirmen und Banken in Kairo, London, New York und Genf an Attentäter und ihre Hintermänner geflossen. Ein Teil stamme aus jenen 898 Millionen Dollar, die nach einer Untersuchung des Internationalen Währungsfonds (IWF) aus dem Haushalt der Palästinensischen Autonomiebehörde in Ramallah verschwunden seien.

Eine EU-Direkthilfe von 246 Millionen Euro habe die Autonomiebehörde völlig unkontrolliert verwenden können. "Report" vorliegende Dokumente belegten, dass führende Al-Fatah-Aktivisten wie Marwan Barghuti Zugriff auf ein Konto gehabt hätten, auf das die EU ihre Direkthilfen einzahle.

Barghuti wurde am Sonntag von einem israelischen Gericht wegen fünffachen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Arafats ehemaliger Berater für internationale Transaktionen, Uzrad Lew, sagte dem ARD-Magazin: "Diese Geldquellen haben Arafat dabei geholfen, das größte Terrorfinanzierungs-Netzwerk der Welt aufzubauen."

Der Generaldirektor ihrer EU-Antibetrugs-Behörde (OLAF), Franz-Hermann Brüner, sagte "Report München": "Wir warten noch auf eine ganze Reihe von Dokumenten und Aussagen aus Israel und den Palästinensergebieten, bevor wir unseren endgültigen Bericht abgeben können." Der Palästinensische Vertreter in Deutschland, Abdallah Frangi, sagte, es sei kein Euro missbraucht worden.


 
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