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Forderungen vor neuer Rentenrunde: Arbeitgeber wollen Beitrag unter 19 Prozent

zuletzt aktualisiert: 20.01.2000

Berlin (dpa). Vor dem zweiten Rentengespräch zwischen Regierung und Opposition an diesem Donnerstag hat Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt seine Forderung bekräftigt, den Rentenbeitrag "dauerhaft unter 19 Prozent" zu drücken.

Riester legte Anfang der Woche einen Fünf-Punkte-Fahrplan für eine Umstrukturierung der Altersvorsorge vor, die Unionsfraktion präsentierte am Mittwoch einen umfangreichen Forderungskatalog. Grundsätzlich sind sich Regierung und Opposition darin einig, dass die Beiträge zur Rentenversicherung stabil gehalten werden sollen. Über das Ausmaß der notwendigen Rentenniveauabsenkung gehen die Meinungen allerdings auseinander.

Erste konkrete Ergebnisse der Rentengespräche sollen nach den Plänen Riesters bis Ende März zum zweiten Rentengipfel der Parteispitzen vorliegen.

Die Union warnte die rot-grüne Koalition vor einer «Micky-Maus- Lösung» gewarnt. «Darauf werden wir uns nicht einlassen», sagte Unionsfraktionsvize Hermann Kues der dpa. Notwendig sei eine Reform, die Antworten für die nächsten 20 bis 30 Jahre biete. Wenn sich Riester um das Kernproblem der künftigen Altersentwicklung herum drücken wolle, sei eine Reform im Konsens nicht möglich.

Warnung vor neuer Formel

Vor dem Rentengespräch bekräftigte Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt seine Forderung, den Rentenbeitrag «dauerhaft unter 19 Prozent» zu drücken. Dazu seien weitere Abstriche bei der Rente notwendig. «Eine schrittweise Absenkung des Rentenniveaus ist unumgänglich», sagte Hundt der in Berlin erscheinenden Tageszeitung «Die Welt».

Der Geschäftsführer des Verbandes Deutscher Rentenversicherungsträger, Franz Ruland, warnte vor einer Änderung der Rentenformel. Die Rentner würden mit den beiden nächsten Rentenanpassungen an die Inflationsrate «bereits einen größeren Beitrag zur Sicherung der Renten leisten, als es nach der Blümschen Reform mit ihrem demographischen Faktor vorgesehen war», sagte Ruland der Mainzer «Allgemeinen Zeitung». Eine weitere Abkoppelung der Renten von den Nettolöhnen würde daher das Rentenniveau noch darüber hinaus absenken.

Quelle: RPO Archiv

 
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