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Bundesanstalt: nichts Neues im "stern"-Bericht: Arbeitsämter manipulieren auch bei Berufsberatungen

zuletzt aktualisiert: 13.02.2002 - 12:54

Hamburg/Nürnberg (rpo). Neue Anschuldigungen an die Arbeitsämter: Nicht nur die Vermittlungszahlen seien geschönt, sondern auch die Erfolgszahlen bei den Berufsberatungen würden manipuliert. Das behauptet das Magazin "stern".

Die Zahl der Arbeitsvermittlungen werde mit Tricks wie der Auswertung von Stellenanzeigen in Tageszeitungen geschönt, schreibt das Magazin in seiner neuen Ausgabe unter Berufung auf Arbeitsamtsmitarbeiter. Häufig geschehe dies mit Wissen oder sogar auf Anweisung der Vorgesetzten.

Ein Sprecher der Bundesanstalt für Arbeit in Nürnberg sagte dazu am Mittwoch, es seien "im wesentlichen keine neuartigen Vorwürfe zu erkennen". Man werde sich aber "alle Einzelheiten genauestens vornehmen". Der Bundesrechnungshof hatte bei Überprüfungen in fünf Arbeitsämtern festgestellt, dass bis zu 70 Prozent der gebuchten Vermittlungen fehlerhaft seien.

Laut "stern" sind auch die Zahlen der Arbeitsämter über ihre Berufsberatungen fragwürdig. Ein Berufsberater eines ostdeutschen Arbeitsamtes habe dies so geschildert: "Wenn der Berater für ein oder zwei Schulstunden in eine Klasse zur Berufsberatung kommt, dann rechnet er das hinterher zusätzlich auch als Individualberatung mit jedem einzelnen Schüler ab." Auf diese Weise würden an einem Arbeitstag über 20 Beratungsstunden verbucht.

Die Arbeitsvermittler erhöhen nach "stern"-Recherchen ihre Erfolgsquoten beispielsweise dadurch, dass sie Stellenanzeigen der Tageszeitungen auswerten. Unternehmen, die Stellen anbieten, würden angerufen und gefragt, ob man das Angebot auch im Arbeitsamtscomputer führen dürfe. Einzige Bedingung: Das Unternehmen soll das Arbeitsamt informieren, wenn die Stelle besetzt ist. Ist dies dann der Fall, buchten die Arbeitsämter eine erfolgreiche Vermittlung.

Von Arbeitsamtsmitarbeitern wurden laut "stern" auch skurrile Fälle berichtet: So gelte jeder beim Arbeitsamt als Nikolaus bestellte Student als erfolgreiche Vermittlung. Es würden sogar fiktive Stellenangebote erfunden, wieder gelöscht und dann als Vermittlung gebucht.

Quelle: RPO Archiv

 
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