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Fachkräfteimport: Arbeitsämter werben in anderen Bundesländern

zuletzt aktualisiert: 11.09.2000 - 07:56

Heilbronn (dpa). Not macht erfinderisch - auch bei den Arbeitsämtern. Damit die Firmen ihre dringend benötigten Fachkräfte bekommen, gehen einige Arbeitsämter in Baden-Württemberg auf Anwerbetour. In Zusammenarbeit mit dem Landesarbeitsamt machten Vertreter der Ämter in Aalen, Lörrach, Rottweil, Ludwigsburg und Heilbronn in den vergangenen Monaten Fachkräften in Nordrhein- Westfalen, Sachsen- Anhalt, Thüringen, Berlin und Brandenburg ihre offenen Stellen schmackhaft. Mit Erfolg: Einige Arbeitsverträge sind inzwischen perfekt.

Die Situation ist paradox: Trotz der rund 280.000 Arbeitslosen im Südwesten suchen die Unternehmen hängeringend nach Mitarbeitern. In Heilbronn zum Beispiel sind Fachkräfte vor allem für die Metall- und Elektrobranche gefragt. "Der Markt der Fachkräfte aber ist leergefegt - zumindest bei uns", sagt Heinz Hartkopf, Chef des Heilbronner Arbeitsamtes.

Zusammen mit Vertretern des Landesarbeitsamtes zogen Hartkopfs Mitarbeiter deshalb auf Anwerbetour. Zunächst in der näheren Umgebung - im Raum Mannheim. "Man muss die Stellen publik machen, wo immer es geht", meint der Arbeitsamtschef. Denn durch die Absagen, die die Arbeitslosen zuvor erhalten haben, hätten viele von ihnen auch resigniert. Ohne eine laute Werbetour würden sie die neuen Chancen möglicherweise gar nicht zur Kenntnis nehmen.

Im Frühsommer startete dann die Anwerbung in anderen Bundesländern. "Wir waren über das Interesse angenehm überrascht", bilanziert Hans-Jörg Eckardt vom Landesarbeitsamt in Stuttgart die Aktion: Ob Ingenieure, Techniker, Fachkräfte oder Pflegepersonal, allein bei der Anwerbetour in Berlin und Brandenburg ließen sich nach Angaben des Landesarbeitsamtes rund 600 Männer und Frauen beraten, über 200 bewarben sich dann um eine bestimmte Stelle. Das Gros der Bewerbungen sei aber noch nicht abgeschlossen.

Die Heilbronner haben allein im Ruhrgebiet 100 Leute angesprochen, jeder fünfte von ihnen wollte beraten werden. Keine atemberaubenden Zahlen, doch Hartkopf ist zufrieden: "Meine Erwartungen waren nüchtern", meint er. Denn er weiß: "Die Hürden für einen Arbeitnehmer, für eine Arbeitsstelle seine Zelte abzubrechen und woanders wieder aufzustellen, sind in der Regel hoch."

Quelle: RPO Archiv

 
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