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Carlos Menem verzichtet auf Kandidatur: Argentinien hat einen neuen Präsidenten

zuletzt aktualisiert: 15.05.2003 - 09:53

Buenos Aires (rpo). Argentinien hat mit Néstor Kirchner einen neuen gewählten Präsidenten. Wegen einer drohenden katastrophalen Niederlage hat Mitbewerber Carlos Menem auf seine Kandidatur verzichtet.

Menem warf Interimspräsident Eduardo Duhalde und Kirchner vor, ihn durch eine Verleumdungskampagne zum Verzicht auf die Kandidatur für die Stichwahl an diesem Sonntag gedrängt zu haben. Damit habe Duhalde die Legitimation der Wahl und des künftigen Präsidenten beschädigt, sagte der 72-jährige frühere Staatschef am Mittwoch in seiner Heimatprovinz La Rioja.

Kirchner bezeichnete Menem hingegen als einen Feigling, der durch sein Kneifen vor dem Wähler der Demokratie einen schweren Schlag versetzt habe. Der 53-jährige Politiker aus Patagonien, der in der ersten Wahlrunde 22,24 Prozent der Stimmen erhalten hatte, tritt am 25. Mai die Nachfolge Duhaldes an. Er soll das Land aus der tiefsten wirtschaftlichen, institutionellen und soziale Krise seiner Geschichte führen.

Menem beendete mit der Erklärung ein zweitägiges Rätselraten über seine Kandidatur und zog die Konsequenzen aus dem unaufholbaren Vorsprung Kirchners in den Umfragen. "Ich habe in der ersten Runde gesiegt und nun gehe ich", sagte Menem vor enttäuschten Anhängern. "Die Bedingungen für die zweite Runde waren wegen Betrügereien nicht gegeben", fügte er hinzu.

Menem hatte in der ersten Wahlrunde mit 24,45 Prozent zwar die meisten Stimmen erhalten, die für einen Sieg im ersten Anlauf notwendige Mehrheit jedoch klar verfehlt. Viele Argentinier machen Menems Politik während seiner zwei Amtszeiten (1989-1999) für den Niedergang des Landes verantwortlich. In letzten Umfragen vor der ursprünglich für diesen Sonntag geplanten Stichwahl hatte Kirchner einen Vorsprung von mehr als 40 Prozent vor Menem.

Die Senatorin Ada Maza aus La Rioja kündigte an, sie werde ihren Platz im Senat in Buenos Aires Menem zur Verfügung stellen. Damit würde der frühere Staatschef auch Immunität gegen mögliche Strafverfolgung genießen, die ihm im Zusammenhang mit Skandalen während seiner Amtsausübung zwischen 1989 und 1999 drohen könnte.


 
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