| 08.05 Uhr

Berlin
Auch Weise als Nachfolger von Gauck im Gespräch

Berlin. Unionspolitiker versuchen derzeit, Frank-Jürgen Weise (65) für eine Kandidatur als Bundespräsident zu gewinnen. Wie unsere Redaktion aus Unionskreisen erfuhr, haben vor allem CSU-Politiker ein Interesse daran, den derzeitigen Chef des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) sowie der Bundesagentur für Arbeit (BA) als gemeinsamen Kandidaten der Koalition aufzustellen. Sondierungen hätten ergeben, dass der Manager Chancen habe, auch Stimmen von Grünen und FDP zu bekommen. In der Fraktionsspitze wurde daran erinnert, dass Weise wiederholt bereit gewesen sei, an entscheidender Stelle bundespolitische Verantwortung zu übernehmen und für das Präsidentenamt ebenfalls "sehr geeignet" sei.

Im Umfeld des BAMF-Chefs hieß es dagegen, Weise habe zurückliegende Anfragen abgelehnt und erklärt, dass dieses Amt und er nicht zueinander passten. In der Fraktion wurde jedoch spekuliert, dass Weise sich einmal mehr von Bundeskanzlerin Angela Merkel überzeugen lassen könnte. Das Problem liege jedoch darin, dass Merkel Weise nach dessen Ausscheiden beim BAMF lieber als Regierungsbeauftragten für die Flüchtlingspolitik in der Verantwortung halten wolle, damit bis zu den Bundestagswahlen auf diesem Sektor nichts mehr anbrennt.

SPD-Sozialausschussvorsitzende Kerstin Griese, die Weise sehr gut kennt, verwies darauf, dass die Union nun schon seit fünf Monaten verzweifelt einen Kandidaten suche, bisher aber alle abgewunken hätten. Da sei es nicht auszuschließen, dass sie nun systematisch ihre Mitgliederlisten durchforste. "Einen Kandidaten zu finden, der ausgerechnet gegen Frank-Walter Steinmeier antreten möchte, ist kein leichtes Unterfangen", sagte Griese voraus. Freitag wollen die drei Parteichefs der Koalition erneut über einen gemeinsamen Kandidaten beraten.

(may-)
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