Verletzte in Portadown und Belfast: Aufgeheizte Lage in Nordirland
zuletzt aktualisiert: 12.07.2001 - 21:23Belfast/London (rpo). Am Abend hat sich die Lage in Nordirland merklich aufgeheizt. In Belfast kam es nach Angaben der Polizei zu "ernsthaften Ausschreitungen".
Pro-irische Katholiken versuchten, die Absperrungen zu durchbrechen, die die Marschroute der Oranier abschirmten. Dabei wurden mehrere Polizisten verletzt. Um die Angreifer zurückzudrängen, setzte die Polizei Wasserwerfer ein.
In der Nacht zuvor hatte es bereits Zusammenstöße in Portadown gegeben. Pro-britische Besucher eines Freudenfeuers bewarfen die Polizei mit Brandbomben und Steinen, die Polizisten reagierten mit Tränengas. 19 Polizisten und zwei Zivilisten wurden verletzt. Die nordirischen Protestanten feiern am 12. Juli den Jahrestag der Schlacht an der Boyne, in der der protestantische britische König Wilhelm von Oranien seinen gestürzten katholischen Vorgänger Jakob II. endgültig besiegte.
Mehrere Märsche durch Katholikenviertel waren von der konfessionsübergreifenden Paradekommission verboten worden, um die Spannungen zwischen den beiden Volksgruppen nicht zu verschärfen. In Londonderry weigerte sich eine Loge des Oranierordens demonstrativ, der vorgegebenen Route zu folgen. Die Stimmung in Nordirland ist angespannt, weil kein Ausweg aus der derzeitigen Krise des Friedensprozesses in Sicht ist.
Verhandlungen bei Birmingham waren am Mittwochabend ergebnislos abgebrochen worden. Zwar sollen sie an diesem Freitag wieder aufgenommen werden, aber beide Seiten zeigen sich völlig kompromisslos. Hauptstreitpunkt ist die von den Protestanten geforderte Entwaffnung der pro-irischen Untergrundorganisation IRA.
Die neuesten Nachrichten und Berichte aus Politik, Wirtschaft, Panorama, Sport,
Kultur, Gesellschaft, Wissenschaft, Multimedia, Auto,
Reise und Beruf - im Archiv auch gratis recherchierbar. Dazu die besten Bilder,
Live-Ticker, Kolumnen und Hintergrundberichte.

