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Auschwitz-Prozess
Befragung von früherem SS-Wachmann wird fortgesetzt

Detmold. Mit der Befragung eines früheren SS-Wachmanns ist der Auschwitz-Prozess gegen Reinhold Hanning am Freitag fortgesetzt worden. Das Landgericht Detmold hatte den 92-jährigen Zeugen Jakob Wendel zum ersten Mal in der vergangenen Woche vernommen.

Die Aussage von Jakob Wendel soll im Auschwitz-Prozess gegen Reinhold Hanning ein Bild über das Leben der SS-Wachmannschaften vermitteln, zu denen auch der Angeklagte gehörte. Bereits bei der Befragung in der vergangenen Woche hatte Wendel berichtet, dass sie als SS-Wachmänner von den Gaskammern wussten. Die Vernahme von Wendel konnte vergangene Woche nicht abgeschlossen werden und wird nun fortgesetzt.

Dem 94-jährigen Hanning wirft die Staatsanwaltschaft vor, als Wachmann im Konzentrationslager Auschwitz Beihilfe zum Mord in 170 000 Fällen geleistet zu haben.

Zeuge und Angeklagter sind sich nie begegnet

Begegnet sind sich die beiden Männer nach Angaben des Zeugen damals nicht. Anders als Hanning, dessen Arbeitsort das Stammlager Auschwitz war, war Wendel in Auschwitz-Birkenau eingesetzt. Der Zeuge war dafür bereits in Polen verurteilt worden.

Am siebten Prozesstag ist auch ein Ermittler des Landeskriminalamtes NRW als Zeuge geladen. Er hatte Hanning im Februar 2014 in dessen Haus im Kreis Lippe vernommen. Hanning schweigt im Prozess bislang.

(rent/dpa)
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