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Berlin
Ausgaben für Riester-Renten sollen um 40 Prozent steigen

Berlin. Die Bundesregierung will ihre Ausgaben für die staatliche Förderung der Riester-Renten bis 2019 um mehr als 900 Millionen Euro jährlich oder fast 40 Prozent steigern. Das geht aus der Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine schriftliche Frage des Grünen-Politikers Markus Kurth hervor, die unserer Zeitung vorliegt. Demnach sollen die Aufwendungen des Bundes für die staatlichen Riester-Zulagen von 2,4 Milliarden 2014 auf 3,3 Milliarden Euro 2019 anwachsen. Von Birgit Marschall

Die Bundesregierung gibt sich demnach optimistisch, was die künftige Entwicklung der Riester-Verträge angeht. Die Riester-Rente war in den vergangenen Jahren in die Kritik geraten, weil Versicherer zu hohe Provisionen kassierten und die Produkte für die Bürger zu wenig durchschaubar waren. Die Regierung hat zwar versucht, durch Neuregelungen diese Probleme abzustellen, doch schlägt sich das bisher kaum in einer steigenden Nachfrage nach Riester-Verträgen nieder.

"Seit Jahren gibt sich die Bundesregierung der Illusion hin, dass die Riester-Rente immer beliebter wird", kritisierte Grünen-Politiker Kurth. "Es grenzt an Realitätsverweigerung, wenn das Bundesfinanzministerium eine erhebliche Ausgabensteigerung zur Finanzierung der Riester-Zulagen prognostiziert, die tatsächlichen Aufwendungen aber seit 2009 bei rund 2,5 Milliarden Euro stagnieren", sagte Kurth. Die Regierung rechne sich die Riester-Rente "schlicht schön".

(mar)
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