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40 Millionen Menschen
Zahl der Binnenflüchtlinge im Jahr 2015 so hoch wie nie

Von Albanien bis zum Südsudan: Ursachen der großen Flucht
Von Albanien bis zum Südsudan: Ursachen der großen Flucht FOTO: ALESSANDRO BIANCHI
Lodon. Nie zuvor haben so viele Menschen innerhalb ihres eigenen Landes Zuflucht vor Krieg und Gewalt gesucht wie im Jahr 2015. Das besagt eine Studie des Beobachtungszentrums für Binnenvertriebene. 

Demnach sei die Zahl der Binnenflüchtlinge im vergangenen Jahr auf 40,8 Millionen gestiegen. Dies sei das Doppelte der Zahl der Flüchtlinge weltweit, erklärte der Generalsekretär des Norwegischen Flüchtlingsrats (NRC), Jan Egeland, am Mittwoch. Der NRC ist Ko-Autor des Berichts des in Genf ansässigen Beobachtungszentrums für Binnenvertriebene (IDMC). Demnach war 2015 das vierte Jahr in Folge mit einer jeweils neuen Rekordzahl.

Die Zahl der nun 40,8 Millionen Binnenflüchtlinge sei durch den Arabischen Frühling 2011 und den Aufstieg der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in die Höhe geschnellt, sagte Egeland. Mehr als die Hälfte der Binnenvertriebenen stammten aus dem Jemen, Syrien und dem Irak.

Auch in Afghanistan, der Zentralafrikanischen Republik, Kolumbien, der Demokratischen Republik Kongo, Nigeria, dem Südsudan und der Ukraine gebe es zahlreiche Binnenflüchtlinge.

Zudem seien 19,2 Millionen Menschen weltweit durch Naturkatastrophen zu Binnenflüchtlingen geworden. Die meisten von ihnen stammten aus Indien, China und Nepal.

Hinzu kämen eine nicht genau bekannte Zahl von Binnenvertriebenen durch Drogenhandel und Bandenkriminalität vor allem in El Salvador, Guatemala, Honduras und Mexiko. Das IDMC schätzt ihre Zahl auf eine Million.

(das/AFP/rtr)
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