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Mehr als 140 Verletzte: 41 Tote bei Selbstmordanschlag in Kabul

zuletzt aktualisiert: 07.07.2008 - 20:17

Kabul (RPO). Bei einem Selbstmordanschlag am Montag vor der indischen Botschaft im Zentrum der afghanischen Hauptstadt Kabul sind mindestens 41 Menschen getötet und 147 weitere verletzt worden. Die meisten Opfer waren Zivilisten. Der Anschlag ist der folgenschwerste in Kabul seit dem Sturz der Taliban 2001. Das afghanische Innenministerium deutete unterdessen an, der Anschlag sei mit Hilfe des pakistanischen Geheimdiensts ausgeführt worden.

41 Menschen sind beim Selbstmordanschlag in Kabul ums Leben gekommen.  Foto: AFP, AFP
41 Menschen sind beim Selbstmordanschlag in Kabul ums Leben gekommen. Foto: AFP, AFP

Bei dem Anschlag sind am Montag 41 Menschen in den Tod gerissen worden. 147 weitere wurden verletzt, wie das afghanische Innenministerium mitteilte. Ein Selbstmordattentäter sprengte sich mit einem Auto vor der indischen Botschaft im Zentrum Kabuls in die Luft. Die Taliban wiesen jede Beteiligung an der Bluttat zurück.

Unter den Opfern seien Zivilpersonen und Sicherheitskräfte, erklärte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums. Auch vier Inder zählen nach Angaben des indischen Außenministeriums zu den Toten, darunter der Militärattaché des Landes und ein weiterer Diplomat. Auch mehrere Ladenbesitzer kamen laut Augenzeugen ums Leben.

Zum Zeitpunkt des Anschlags gegen 08:30 Uhr (Ortszeit) standen wie jeden Morgen vor der Botschaft Dutzende Männer an, um ein Visum zu beantragen. Durch die Wucht der Detonation wurde ein Teil der Mauer vor dem Botschaftsgelände niedergerissen. Außerdem wurden zwei Botschaftsfahrzeuge zerstört, die gerade auf das Gelände fuhren. Auch einige umliegende Geschäfte wurden beschädigt oder zerstört, Verletzte und rauchende Trümmer waren auf der Straße zu sehen.

Bundesregierung verurteilt Anschlag

Präsident Hamid Karsai verurteilte den Anschlag. Die Bluttat sei von Extremisten ausgeführt worden, die die Freundschaft zwischen Afghanistan und Indien zerstören wollten. Der UN-Gesandte für Afghanistan, Kai Eide, sagte, für solche Taten gebe es in keiner Kultur, keinem Land und keiner Religion eine Rechtfertigung. Das indische Außenministerium erklärte, der Anschlag werde Indien nicht davon abhalten, seine Mission gegenüber der Regierung und dem afghanischen Volk zu erfüllen.

Die Bundesregierung verurteilte den Anschlag auf das Schärfste. In einer Erklärung von Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier am Montag hieß es: "Wir teilen die Trauer und Bestürzung des afghanischen Volkes und versichern auch der indischen Regierung unser Mitgefühl."

NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer nannte den Anschlag einen Versuch, die Beziehungen zwischen den Ländern in der Region zu unterminieren. Die NATO werde sich weiterhin für Sicherheit und Stabilität in Afghanistan einsetzen.

Anschlag mit Hilfe des pakistanischen Geheimdienstes?

Das afghanische Innenministerium deutete an, der Anschlag sei mit Hilfe des pakistanischen Geheimdiensts ausgeführt worden. Viele Taliban haben Verbindungen nach Pakistan, die Beziehungen zwischen Islamabad und Neu-Delhi waren über Jahrzehnte gespannt. Der pakistanische Außenminister Makhdoom Shah Mahmood Qureshi erklärte indes, sein Land verurteile Anschläge und Terrorismus aller Art.

Anders als das übrige Land war die Hauptstadt in den vergangenen Monaten von Anschlägen der Taliban weitgehend verschont geblieben. Dennoch war die Bluttat vom Montag dort der sechste Selbstmordanschlag seit Beginn des Jahres. Im Februar kamen bei einem Selbstmordanschlag während eines Hundekampf-Wettbewerbs in der Provinz Kandahar mehr als 100 Menschen ums Leben. Seit Jahresbeginn hat die Gewalt in Afghanistan nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AP mehr als 2.200 Menschen as Leben gekostet.

Quelle: ap

 
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