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Neue Gewalt im Irak: 70 Tote bei Anschlag in Bagdad

zuletzt aktualisiert: 24.06.2009 - 23:14

Bagdad (RPO). Bei einem Sprengstoffanschlag in der irakischen Hauptstadt Bagdad sind am Mittwoch rund 70 Menschen getötet und 135 weitere verletzt worden. Wie das Innenministerium mitteilte, ereignete sich der Anschlag auf einem belebten Marktplatz im überwiegend schiitischen Stadtteil Sadr City. Es handelt sich um den jüngsten in einer ganzen Serie von Anschlägen vor dem geplanten Abzug der US-Truppen aus Iraks Städten zu Monatsende.

Nach Ministeriumsangaben ging am Abend gegen 19 Uhr (Ortszeit; 18.00 Uhr MESZ) eine mit Sprengstoff beladene Motorrad-Rikscha auf dem Mraidi-Markt in die Luft, die Sprengsätze seien unter Gemüse versteckt gewesen. Der Attentäter konnte sich demnach in Sicherheit bringen, bevor sein Fahrzeug explodierte. Unter den Toten und Verletzten seien viele Frauen und Kindern, sagte ein Vertreter des Innenministeriums.

Sicherheitskräfte riegelten den Markt nach dem Anschlag umgehend ab. Ein 30-jähriger Augenzeuge berichtete, er habe einen "Schlag gehört und einen Feuerball gesehen". Autos seien durch die Wucht der Explosion durch die Luft geschleudert worden. Er selbst sei ohnmächtig geworden und wenig später im Krankenhaus aufgewacht. Es gebe so viele Verletzte, dass das Krankenhaus gar nicht genug Betten für alle habe.

Bis zum 30. Juni - kommenden Dienstag - ist der Rückzug der US-Streitkräfte aus den Städten und Dörfern des Irak geplant. Nach Angaben des Oberkommandierenden der US-Streitkräfte im Irak, General Ray Odierno, hat die Mehrzahl seiner Soldaten die Städte und Gemeinden bereits vorzeitig verlassen. Einen Stützpunkt in Sadr City hatten die US-Streitkräfte bereits am Samstag an die irakischen Truppen übergeben.

In den vergangenen Tagen hat eine ganze Serie von Anschlägen mit vielen Toten das Land erschüttert. So starben am 10. Juni im Süden des Landes 19 Menschen durch die Explosion einer Autobombe, am 20. Juni wurden bei einem Sprengstoffanschlag nahe der nordirakischen Stadt Kirkuk mehr als 70 Menschen in den Tod gerissen, über 200 wurden verletzt.

In den Vormonaten war die Zahl der Anschläge deutlich zurückgegangen. So kamen im Mai dieses Jahres so wenige Menschen im Irak durch Attentate um wie nie zuvor seit dem Einmarsch der US-Streitkräfte im Jahr 2003. Regierungschef Nuri el Maliki hatte kürzlich gewarnt, dass die Zahl der Anschläge wahrscheinlich zunehmen werde, um das Vertrauen in die einheimischen Sicherheitskräfte zu unterminieren.

Quelle: AFP

 
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