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Silvio Berlusconi PANORAMA AFP 091015
  Foto: AFP, AFP
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Macho-Gehabe in der Öffentlichkeit: 98.000 Unterschriften gegen Berlusconi

zuletzt aktualisiert: 21.10.2009 - 16:26

Rom (RPO). Die italienische Oppositionspolitikerin Rosy Bindi hat mit ihrem Protest gegen das machohafte Auftreten von Regierungschef Silvio Berlusconi Erfolg gehabt. 98.000 Frauen unterschrieben bis Mittwoch eine Petition, die zur Festnahme Berlusconis aufruft.

"Dieser Mann beleidigt uns", heißt es in der vor etwa zehn Tagen von der linken Zeitung "La Repubblica" initiierten Petition. Anlass war eine Fernsehdiskussion, in der Berlusconi die 58-jährige, rundliche Abgeordnete Bindi als "eher schön denn intelligent" titulierte.

Berlusconi falle mit seinen anzüglichen Bemerkungen zu Alter und Aussehen von Frauen in eine "Epoche vor dem Feminismus" zurück, erklärte die Schriftstellerin Lidia Ravera, eine der Unterzeichnerinnen. Mit Blick auf die geringe Körpergröße des Regierungschefs sagte die ehemalige linke Ministerin Giovanna Melandri, Berlusconi sei "eher groß als gut erzogen".

Der 73-jährige Ministerpräsident ist seit einem halben Jahr wegen verschiedener Affären um junge Frauen und Callgirls in der Kritik. Auch in seiner Partei umgibt er sich mit gut aussehenden, ehemaligen Fernsehstarlets. Seine Vorliebe für junge Frauen veranlasste im Mai Berlusconis Ehefrau Veronica Lario, die Scheidung einzureichen.

Berlusconi entgeht knapp Rüffel im EU-Parlament

Ein Abstimmungspatt hat dem italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi eine peinliche Rüge des EU-Parlaments wegen mangelnder Pressefreiheit in seinem Land erspart. Die in Straßburg anwesenden Abgeordneten wiesen am Mittwoch insgesamt acht Anträge mit 338 zu 338 Stimmen ab. Der konservativen Europäischen Volkspartei war es gelungen, genügend Unterstützung für Berlusconi zu mobilisieren. Gleichwohl werteten es die unterlegenen Sozialisten, Liberalen, Grünen und Linken als Erfolg, das Thema publik gemacht zu haben.

Bedauert wurde die offensichtliche Spaltung des Europäischen Parlaments, wie der italienische Liberale Niccolo Rinaldi hervorhob. Er sprach in diesem Zusammenhang von einem "historischen Votum". Konservative Abgeordnete sahen in den Anträgen indes ein Komplott der Linken und eine Hexenjagd gegen Berlusconi. Mit der Rüge sollte erreicht werden, dass die EU-Kommission und der Ausschuss für Grundrechte die Medienlandschaft in Italien kritisch unter die Lupe nehmen. Auch sollten die Besitzverhältnisse in europäischen Medienunternehmen generell überprüft werden.

Berlusconi hat mit seinem Medienimperium Mediaset ein Milliardenvermögen gemacht. Ihm gehört der größte private Fernsehsender Italiens, und indirekt kontrolliert er auch den öffentlich-rechtlichen Sender RAI. Kritiker sehen darin eine Gefahr für die Grundrechte der EU, weil die Medienfreiheit in Italien nicht mehr gewährleistet sei. Reporter ohne Grenzen siedelt das Land in der "Rangliste der Pressefreiheit 2009" nur auf Platz 49 an.

Quelle: AFP/seeg

 
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